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Aus global
news 1132 14-05-08: "Soziale
Marktwirtschaft"
von Dr.
Joachim
Jahnke
Lehren aus 60
Jahren Nachkriegswirtschaft,
(Aus dem Text) Das einst weltweit
bewunderte deutsche Modell der
"sozialen Marktwirtschaft" ist
in Mißkredit geraten, und so
möchte kaum jemand seinen 60.
Jahrestag feiern. Eine
erdrückende Mehrheit der
Deutschen von 85 % hat in der
letzten internationalen Umfrage
des Harris Polls erklärt, der
soziale Graben zwischen Armen
und Reichen sei zu groß geworden
(Abb. 13440). Erstmals hat eine
Mehrheit unter denen, die
überhaupt eine Meinung haben,
auch in Westdeutschland keine
gute Meinung vom deutschen
Wirtschaftssystem (Abb. 14460).
Man möchte das Wort "soziale
Marktwirtschaft" gar nicht in
den Mund nehmen. So unpopulär
ist es heute, und zwar nicht
etwa weil die Menschen dagegen
sind, sondern weil sie sich mit
diesem Begriff aus dem Mund der
Politiker düpiert fühlen und die
"soziale Marktwirtschaft" schon
als faktisch begraben sehen.
Dies ist
eine stark verkürzte
Darstellung aus: "
global news 1132
14-05-08: "Soziale
Marktwirtschaft" Lehren
aus 60 Jahren
Nachkriegswirtschaft,
von Dr. Joachim Jahnke
Interne
Bundesbank-Dokumente belegen: Die Immobilienbank
HRE hat weit mehr faule Kredite und Wertpapiere
in ihren Büchern als bekannt. Das könnte die
Rettung verteuern.
Der Staat
sanierte die Pleitebank HRE – und deren
Kreditgeber. Der Bürger zahlt, doch für wen, das
soll er nicht wissen. Die Gläubigerliste birgt
so manche Überraschung.
Japans Bauern und ihre Genossenschaften sind
noch mal davongekommen. Zweieinhalb Milliarden
Euro hatte die Norinchukin Bank, das
Zentralinstitut der japanischen
Genossenschaftsbanken, bei der Depfa im irischen
Dublin geparkt, als diese im September 2008
ihren Mutterkonzern, die Hypo Real Estate (HRE),
an den Rand der Pleite gewirtschaftet hatte.
Wäre es dazu gekommen, wäre ein großer Teil der
Milliardeneinlage gewiss verloren gewesen.
Das gleiche Problem hatte die italienische
Großbank Unicredit. Auch deren Tochter
Hypo-Vereinsbank hatte der HRE, die sie einst
per Abspaltung ins Leben gerufen hatte, mehr als
zwei Milliarden Euro geliehen, ohne jede
Sicherheit. Und genauso war es bei der Deutschen
Bank, dem Versicherungskonzern HUK Coburg, der
Allianz AG und Hunderten weiterer Gläubiger der
HRE im In- und Ausland.
WASHINGTON/BERLIN (dpa-AFX) -
Brutaler Wirtschaftsabsturz in
Deutschland, die Welt in tiefer
Rezession: Der Internationale
Währungsfonds IWF hat in seinem
jüngsten Weltwirtschaftsausblick
ein rabenschwarzes Krisenbild
gezeichnet. Demnach schrumpft
die deutsche Wirtschaft in
diesem Jahr um katastrophale 5,6
Prozent, global rechnet der
Fonds mit einem Minus von 1,3
Prozent - die mit weitem Abstand
schwerste Rezession seit dem
Zweiten Weltkrieg. "Wir stecken
in der Mitte von etwas, das
einer Depression sehr nahe
kommt", betonte IWF-Chefökonom
Olivier Blanchard.
Weltweit sei 2010 aber wieder
mit einem leichten Wachstum von
1,9 Prozent zu rechnen, heißt es
in der am Mittwoch in Washington
vorgelegten IWF-Prognose. Nicht
so in Deutschland: Dort soll die
Wirtschaft erneut schrumpfen,
diesmal um ein Prozent.
'IWF-ZAHLEN NICHT UNPLAUSIBEL'
"Die
vom IWF vorgelegten Zahlen sind
aus unserer Sicht nicht
unplausibel", sagte
Finanzstaatssekretär Jörg
Asmussen am Mittwoch in Berlin.
Ein Grund für die düstere
Konjunkturprognose für
Deutschland ist laut Asmussen
die extrem hohe Abhängigkeit der
Bundesrepublik von der
Weltwirtschaft. Hinzu komme die
Struktur der deutschen Exporte.
Konzentration am oberen Ende:
Das reichste Zehntel der
Bevölkerung hat seinen Anteil am
gesamten Vermögen in den letzten
Jahren auf über 60 Prozent
ausgebaut.
Aus
dem 3. Armuts- und Reichtumsbericht der
Bundesregierung
Dezil
Durch Dezile (lat. „Zehntelwerte“) wird die
Verteilung in 10 gleich große Teile zerlegt.
Entsprechend liegen dann z. B. unterhalb des
dritten Dezils (Quantil Q.3) 30 % der
Verteilung. Dezile teilen ein der Größe nach
geordnetes Datenbündel in 10 gleich große Teile.
Das 10-%-Dezil (oder 1. Dezil) gibt an, welcher
Wert die unteren 10 % von den oberen 90 % der
Datenwerte trennt, das 2. Dezil, welcher Wert
die unteren 20 % von den oberen 80 % der Werte
trennt, usw. Der Abstand zwischen dem 10-%-Dezil
und dem 90-%-Dezil heißt Interdezilbereich.
(Aus dem Text) Im Beobachtungszeitraum
zeigen sich bei den vollzeitbeschäftigten
Arbeitnehmern aber ähnliche Ergebnisse wie für
den Durchschnitt aller Arbeitnehmer. Auch bei
ihnen gingen die preisbereinigten
Bruttoverdienste zurück und die Ungleichheit
ihrer Verteilung bzw. der Anteil im
Niedriglohnbereich stieg von 2002 (8,8%) auf
2005 (9,3%) leicht an. In Westdeutschland waren
es im Jahr 2005 6,8% der vollzeitbeschäftigten
Arbeitnehmer, in Ostdeutschland dagegen 19,4%.
Die Anteile der unteren drei Dezile der
Bruttoeinkommen gingen zwischen 2002 und 2005
zurück, während die der oberen drei zulegten.
Auch der Gini-Koeffizient belegt eine leicht
zunehmende ungleiche Verteilung. Er stieg von
0,297 auf 0,307
(Paris/Berlin – 12. Mai 2009)
Deutschland belastet wie kaum
ein anderes OECD-Land die
Einkommen von Gering- und
Durchschnittsverdienern mit
Sozialabgaben und Steuern. Dies
gilt für Singles wie auch für
Paare und Familien mit zwei
Erwerbstätigen. Arbeitet
hingegen nur einer der Partner,
sind die Abzüge im
OECD-Vergleich eher moderat und
das unabhängig davon, ob Kinder
versorgt werden oder nicht. Dies
geht aus einer Studie der
Organisation für wirtschaftliche
Zusammenarbeit und Entwicklung
(OECD) zur Steuer- und
Abgabenlast hervor, die heute in
Paris veröffentlicht wurde
(...) Besonders weit über
dem OECD-Mittel liegt in
Deutschland die Abgabenlast für
Alleinerziehende mit geringem
Einkommen (zwei Kinder und 2/3
des Durchschnittslohns).
Hintergrund für diesen großen
Unterschied ist, dass viele
OECD-Länder diesem Personenkreis
umfangreiche staatliche
Transfers gewähren. In einigen
Ländern führt das dazu, dass der
Arbeitnehmer sogar netto mehr in
der Tasche hat als der
Arbeitgeber brutto zahlt.
Statistische Bundesamt: Pressemitteilung
Nr.333 vom 09.09.2009
Juli 2009:
Verarbeitendes Gewerbe setzt preisbereinigt
16,5% weniger um als im Juli 2008
WIESBADEN – Wie das
Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, ging
der Umsatz im Verarbeitenden Gewerbe nach
vorläufigen Angaben im Juli 2009 arbeitstäglich-
und preisbereinigt um 16,5% gegenüber dem Juli
2008 zurück (nach – 17,7% im Juni 2009). Der
Inlandsumsatz nahm im Vergleichszeitraum um
14,5%, die Erlöse mit ausländischen Abnehmern um
19,0% ab. Dabei lagen der Umsatz mit den Ländern
der Eurozone um 20,5% und der Absatz in das
übrige Ausland um 17,7% unter dem
Vorjahresniveau.
Wirtschaftszweig
Absatzrichtung
Veränderungen zum Vorjahresmonat in %
Juli
2009
Juni
2009
Mai
2009
Verarbeitendes Gewerbe
Insgesamt
– 16,5
– 17,7
– 19,0
Inland
– 14,5
– 13,5
– 14,7
Ausland
insgesamt
– 19,0
– 22,4
– 23,9
Eurozone
– 20,5
– 19,5
– 24,5
übriges
Ausland
– 17,7
– 24,7
– 23,4
Quelle: Statistische
Bundesamt
Innerhalb der umsatzmäßig wichtigsten
Wirtschaftszweige sank im Juli 2009 im
Maschinenbau der preisbereinigte Umsatz mit
30,8% am stärksten gegenüber dem Vorjahresmonat.
Dabei verringerte sich der Inlandsumsatz um
36,3% und das Geschäft mit ausländischen
Abnehmern um 26,6%. Die Hersteller von
elektrischen Ausrüstungen sowie die Hersteller
von Metallerzeugnissen verzeichneten jeweils ein
Minus von 25%. Einen deutlichen Rückgang zum
Juli 2008 verzeichneten auch die Hersteller von
Kraftwagen und Kraftwagenteilen (insgesamt: –
21,0%), der Inlandsumsatz lag hier um 15,6%
unter dem Vorjahresniveau (Ausland: – 24,2%).
Quelle:
Statistische Bundesamt
Statistische Bundesamt: Pressemitteilung Nr.357
vom 22.09.2009
Außenhandel
1. Halbjahr 2009: Exporte sinken um 23,5%
Warenverkehr mit
China hat nur moderat abgenommen
WIESBADEN – Nach
Mitteilung des Statistischen Bundesamtes (Destatis)
sanken die deutschen Ausfuhren von Januar bis
Juni 2009 um insgesamt 23,5% auf 391,2
Milliarden Euro. Preisbereinigt nahmen die
Ausfuhren um 22,9% ab.
Gegenstand
der
Nachweisung
2. Quartal
2009
1.
Halbjahr
2009
2. Quartal
2008
1. Halbjahr
2008
Veränderung
gegenüber
2. Quartal
2008
1. Halbjahr
2008
Milliarden
Euro
%
Ausfuhr
insgesamt
192,3
391,2
258,7
511,2
– 25,7
– 23,5
Einfuhr
insgesamt
161,3
333,5
205,7
407,6
– 21,6
– 18,2
Quelle: Statistische
Bundesamt
Die Versendungen in die EU-Mitgliedsländer
verringerten sich nominal um 24,3% auf 249,8
Milliarden Euro und gingen damit stärker zurück
als die deutschen Gesamtausfuhren. In die
Eurozone, zu der seit Anfang 2009 auch die
Slowakei gehört, wurden Waren für insgesamt
172,4 Milliarden
Euro (– 22,7%) geliefert,
in die nicht zur
Eurozone zählenden EU-Länder Waren für
77,4 Milliarden
Euro (– 27,7%).
Im ersten
Halbjahr 2009 sind vor allem die Ausfuhren nach
Irland (–
41,3%), ,
Spanien (–
38,2%)
Ungarn (– 37,4%)
und in das
Vereinigte Königreich (– 27,8%)
überdurchschnittlich stark eingebrochen.
Die Auftragseingänge
in der Industrie haben sich vorläufigen Angaben
zufolge1 im August preis- und saisonbereinigt2
um 1,4 % erhöht. Im Vormonat waren sie abwärts
revidiert um 3,1 % angestiegen. Der Umfang an
Großaufträgen war für einen August
unterdurchschnittlich. Ausschlaggebend für die
weitere Zunahme der Bestellungen war zuletzt das
kräftige Wachstum der Auslandsnachfrage um 4,6
%. Die Inlandsaufträge gingen nach dem kräftigen
Anstieg im Vormonat um 1,9 % zurück. Den
deutlichsten Zuwachs an Bestellungen hatten mit
2,8 % erneut die Vorleistungsgüterproduzenten zu
verzeichnen. Die Hersteller von
Investitionsgütern konnten 1,2 % mehr Aufträge
verbuchen. Kräftige Impulse kamen hier von den
Kraftwagen- und Kraftwagenteileproduzenten
(+15,0 %) sowie aus dem Maschinenbau (+3,7 %).
Der Rückgang der Bestelltätigkeit bei den
Konsumgüterproduzenten setzte sich mit -3,8 %
dagegen beschleunigt fort.
(...) Ihren Vorjahresstand unterschritten die
Auftragseingänge in der Industrie im
Zweimonatsvergleich (Juli/August)
kalendermonatlich um 20,3 %. Die
Inlandsbestellungen lagen um 15,6 %, die
Auslandsbestellungen um 24,3 % unter dem
Vorjahresniveau.
US-Investor
Legende Warren Buffett wird es
langsam mulmig. Wenn die
Schuldenorgie nicht begrenzt
wird, dann "werden die USA von
Schulden zermalmt" - warnt der
Guru in seiner jüngsten
Einschätzung der Lage. "Schulden
gleiche Bedrohung wie die
Finanzkrise selbst."
Eigentlich ist er
bekannt für seinen immer
währenden Optimismus. Noch
letztes Jahr empfahl Buffett den
Einstieg in US-Aktien als
"historische Chance". Doch in
seiner aktuellen Kolumne in der
New York Times sieht der
Investment Guru die Zukunft
nicht mehr so rosig.
In seinem
Kommentar nahm sich Buffett kein
Blatt vor den Mund: Die
Vereinigten Staaten müssten die
riesigen Beträge
“geldpolitischer Medizin”, die
ins Finanzsystem gepumpt wurden,
anpacken. Sie stellen nun nach
Ansicht von Buffet eine Gefahr
für die grösste Volkswirtschaft
der Welt und ihre Währung dar.
...
14.10.08
Fernsehprogramm (Deutschland) Egal, ob auf dem Finanz-
oder Arbeitsmarkt: Das Allheilmittel der vergangenen
Jahre hieß Deregulierung. Weg mit staatlichen
Vorschriften, der Markt regelt sich selbst - so geht
Reformpolitik.
Aber jetzt haben die freien Finanzmärkte verrückt
gespielt. Viele sind aus allen Wolken gefallen. Und
müssen ausgerechnet ihrem ärgsten Gegner recht geben:
Oskar Lafontaine.
Die Mahner von damals: Lafontaine und Flassbeck
Rückblende. Wir schreiben das Jahr 1998, Oskar
Lafontaine wird Finanzminister der rot-grünen
Bundesregierung. Er will schon damals die
internationalen Finanzmärkte regulieren und
Devisen-Spekulation eindämmen.
Juli
2009: Arbeitslosenquote der Eurozone ist auf
9,5% gestiegen und die Quote der EU27 auf 9,0%
(aus dem Text) In der Eurozone1 (EZ16)
lag die saisonbereinigte Arbeitslosenquote im
August 2009 bei 9,6%, gegenüber 9,5% im Juli. Im
August 2008 betrug sie 7,6%. In der EU271 lag
die Arbeitslosenquote im August 2009 bei 9,1%,
gegenüber 9,0% im Juli. Im August 2008 hatte sie
7,0% betragen. Für die Eurozone ist dies die
höchste Quote seit März 1999 und für die EU27
seit März 2004
Eurostat schätzt, dass im August 2009 in der
EU27 insgesamt 21,872 Millionen Männer und
Frauen arbeitslos waren, davon 15,165 Millionen
in der Eurozone. Gegenüber Juli hat die Zahl der
arbeitslosen Personen in der EU27 um 236 000 und
in der Eurozone um 165 000 zugenommen. Gegenüber
August 2008 ist die Zahl der Arbeitslosen um
5,008 Millionen in der EU27 und um 3,224
Millionen in der Eurozone gestiegen.
Diese Daten werden
von Eurostat, dem Statistischen Amt der
Europäischen Gemeinschaften, veröffentlicht.
Nach den heutigen Angaben der Mortgage
Bankers Association (MBA) steigt die Mortgage
Delinquency Rate in den USA, die Ausfallrate der
Hypothekenkredite saisonbereinigt im 2. Quartal
2009 auf
9,25%, nach 9,12% im Vorquartal und
6,41% im Vorjahresquartal. Die Rate der gesamten
Hypothekennehmer, welche sich bereits in einer
Zwangsversteigerung befinden, stieg auf 4,3%,
nach 3,85% im Vorquartal und 2,75% im
Vorjahresquartal.
Die Ausfallrate
der säumigen Schuldner von
Subprime-Hypotheken schoss ebenfalls auf ein
neues Allzeithoch, auf 25,35%, nach 18,67% im
Vorjahresquartal! Die kombinierte Rate aus
säumigen Subprime-Schuldnern und den
Subprime-Hypothennehmern in Zwangsversteigerung
stieg auf unglaubliche 40%!
Joachim
Jahnke sagt:
Mein drittes und
abschließendes Buch aus der Triologie über die
Globalisierung ist nun beziehbar. Unter dem Titel:
„Globalisierung - Legende und Wahrheit - Eine
Volkswirt-schaftslehre für nicht ganz Dumme"
untersucht es kritisch auf 268 Seiten und 211
Schaubildern die jüngste Entwicklung in der
neoliberalen Globalisierung und ihre Auswirkungen
auf Deutschland. Es hat die Daten fast alle auf dem
neuesten Stand bis Ende 2007 /Anfang 2008.
Das Buch ist brandaktuell, da es die Hintergründe
der derseitigen globalen Finanzkrise aus-leuchtet.
Inhaltsangabe
Tobin-Steuer
(endlich) wieder modern Auch
Merkel setzt sich plötzlich für die
Tobin-Steuer ein. Nun wird es Zeit, bei
den G20 Nägel mit Köpfen zu machen. Die
Tobin-Steuer kann gegenüber den
weiteren, dringend erforderlichen
Regulie-rungen aber nur ein erster
Schritt sein.
Er
entspricht nicht dem Klischee eines
Finanzministers. Peer Steinbrück, er ist
rauflustig und seine schärfsten Waffen
sind wohl seine wortgewaltigen
Metaphern, wie zum Beispiel die von der
Kavallerie, die er ausreiten lassen
könnte. In Richtung Schweiz.
(...)
Doch stimmt das einfache Bild von der
bösen Schweizer Steueroase und dem armen
deutschen Fiskus? Nein, wie Daniel
Hechler und Oliver Heinsch
herausgefunden haben.
Georg Restle: "Von den
Gewinnern der Gesundheits-reform zu den Gewinnern der
Wirtschaftskrise. Die Konjunk-turdaten, die heute
veröffentlicht wurden, nähren bei manchen ja schon
wieder leise Zukunftshoffnungen. Vor allem zwei deutsche
Großunter-nehmen haben zurzeit aber so richtig Grund zur
Freude: Die Deutsche Bank und die Allianz machen schon
wieder Milliardengewinne, so, als ob es nie eine Krise
gegeben hätte. Dabei sind es ja gerade auch diese beiden
Unternehmen, die von den Steuermilliarden für die
Pleitebank HRE erheblich profitiert haben. Kim Otto.
Markus Schmitt und Katja Garmasch zeigen Ihnen, wie aus
den Mitverursachern der Krise ihre größten Profiteure
wurden. Und wer in einer der langen Nächte der
Entscheidungen eigentlich das Sagen hatte."
Die
G-20-Regierungschefs lassen sich wie
Heilsbringer feiern: Billionen von
Dollar nehmen sie in die Hand, um die
weltweite Rezession zu bekämpfen. Doch
die Rechnung zahlen andere. Neben den
Steuerzahlern bluten vor allem die
Sparer - ihnen droht eine gewaltige
Inflation.
Hamburg -
Fünf Billionen Dollar. Auf diese Zahl
bezifferte der britische Premier Gordon
Brown während des G-20-Gipfels in London
die gesamten Konjunkturhilfen weltweit
bis Ende kommenden Jahres. Die gewaltige
Summe ging bei all den ambitionierten
Ankündi-gungen zur Regulierung der
Finanzmärkte, zur Aufsicht von Hedgefonds, zur Deckelung von
Managergehältern und zur Austrocknung
von Steueroasen fast unter.
Er gilt als
Frühindikator - und die Zeichen
verheißen nichts Gutes: Der Abwärtstrend
des Luftfrachtverkehrs scheint sich nach
SPIEGEL-Informationen 2009 noch zu
verschlimmern. Eine Besserung ist
derzeit nicht in Sicht.
(...)
Am härtesten traf der Nachfrageeinbruch
afrikanische Frachter, deren
Transportmenge im Vergleich zum
Vorjahresmonat um über 30 Prozent fiel.
Asiatische Gesellschaften, die den
größten Teil des Frachtverkehrs
übernehmen, verzeichneten ein
25-prozentiges Minus. Der europäische
Markt brach um 23 Prozent ein.
(...)
Im Februar lag der Frachtnutzladefaktor,
ein Indikator für die Auslastung der
Maschinen, trotz bereits reduzierter
Kapazitäten bei nur noch 59,5 Prozent.
"Historisch gesehen sind wir bei einem
nie dagewesenen Einbruch", so Haupt.
Die
Kernschmelze des spekulativen Systems
und seiner Hauptakteure, den
Finanzinstituten, geht mit
atemberaubender Geschwindig-keit voran.
Am 31. Oktober 2007, dem Hoch der
weltweiten Aktienmarktkapitalisierung
erreichten die 10 größten
US-Finanzdienstleistern welche im
Standard & Poor's 500-Aktienindex
gelistet sind, eine Marktkapitalisierung
von 1,249 Billionen Dollar! Am Freitag
lag die Marktkapitalisierung der
damaligen TOP 10 bei nur noch 265,7 Mrd.
Dollar!
Der
Bankensektor ist völlig am Boden,
weltweit betragen die bisher
vorgenommenen Abschreibungen mehr als
1,1 Billionen Dollar und das dürfte noch
nicht mal die Hälfte der notwendigen
Abschreibungen abdecken. Während die
Anleger in Panik ihre Bankaktien selbst
auf niedrigen Niveaus abstoßen und kein
Vertrauen mehr in diese Unternehmen
haben, haben sie es als Bankkunden, Dank
Staatsgarantien, groß-zügige Kredithilfen
und Bailouts immer noch. Weiterhin gibt
es noch keinen Bankenrun! Im Gegenteil,
laut FDIC der US-Einlagenversicherung
sind die Einlagen der US-Bankkunden im
4. Quartal 2008 um 307,9 Mrd. Dollar auf
9,035 Billionen Dollar angestiegen.
Themenüberblick mit Zahlen und Fakten
zur Armut und zur Verteilung von
Vermögen in Deutschland
Die Zahlen
des soeben in der Entwurfsfassung
vorgelegten Dritten Armuts- und
Reichtums-berichts der Bundesregierung
sind hier noch nicht eingearbeitet.
Die
Kernaussagen
können Sie jedoch hier als
pdf-Dokument herunterladen.
Übersicht
der im Bericht genannten relevantesten
Entwicklungen:
Man
wird einfach das Gefühl nicht los, dass
sich aktuell irgendetwas Größeres
zusammenbraut. Die Preise steigen immer
weiter, die Löhne steigen kaum und wenn
sie steigen wird das meiste durch die
Steuer und die "kalte Progression"
wieder aufgefressen. Man hat immer
weniger Kinder und drückt damit auch
seine Sorgen um die Zukunft aus. Dazu
passt auch, dass die Scheidungsraten und
Trennungen immer neue Höchststände
erreichen. Noch nie waren so viele
Menschen mit Ihrem Arbeitsplatz und den
Arbeitsbedingungen unzufrieden, noch nie
wurde hier soviel überwacht und
geschnüffelt. Die allgemeine
Unzufriedenheit steigt in einem
beängstigenden Ausmaß an!!! Die Zahl
derer, die sich mit der eigenen
Beschäftigung nicht mehr identifizieren
können und eigentlich innerlich schon
gekündigt haben liegt - den neusten
Umfragen zufolge - inzwischen bei weit
über 75%!
Fast alle Banken
sind pleite. Die Autokonzerne bankrott.
Die Airlines am Ende. Das Öl auf
Rekordhoch. Der Dollar auf Rekordtief.
Die Liste des Schreckens
könnte beliebig weiter geführt werden.
Doch letztlich hat alles nur einen
einzigen Grund: Überschuldung.
In den USA sind seit 2006
über 260 Hypothekenfinanzierer Ban-krott
gegangen. Letzten Freitag traf es die
größte unabhängige Hypothekenbank
IndyMac.
Die
Kreditkrise löst eine Tsunamiwelle nach
der anderen aus. Es ist nur eine Frage
der Zeit, bis das US-Finanzsystem
kollabiert und das Vertrauen in die
US-Staatsschulden schwindet. Immerhin
schieben die USA derzeit einen
Schuldenberg von ca. 10 Billionen Dollar
vor sich her (32000 $ pro Kopf). Und
dieser Schuldenberg wird jeden Tag
größer, ja er explodiert regelrecht.