Berlin. Der
Bundesrechnungshof fürchtet eine
Schwächung der Schuldenbremse im
Grundgesetz durch die Haushaltspläne von
Union und FDP. Dies geht aus einer
aktuellen Stellungnahme hervor, die der
Frankfurter Rundschau vorliegt. "Der
Bundesrechnungshof steht Sondervermögen
mit eigener Kreditermächtigung kritisch
gegenüber", heißt es darin.
Die neue,
von 2011 an geltende
verfassungsrechtliche Kreditregel
verbiete zu Recht "jede zusätzliche
Nettokreditaufnahme außerhalb des
Bundeshaushaltes", betonen die
Kontrolleure. "Deshalb sollten bis dahin
keine neuen Sondervermögen mit eigener
Kreditermächtigung geschaffen werden, um
die neue Schuldenbremse nicht bereits
vor ihrem Inkrafttreten zu schwächen."
Von Herbert
Wulff in der jungen Welt vom 22.10.2009
Einkommenskürzungen an europäischen
Standorten abgesegnet. Nur Belegschaften
in Spanien und Bochum noch renitent.
Rückkehr zum Flächentarif unsicher
Die
Einkommenskürzungen bei dem
angeschlagenen Autobauer Opel sind von
den Beschäftigtenvertretungen
größtenteils bereits abgesegnet worden.
Lediglich die Belegschaften in Spanien
und Bochum haben dem »Memorandum of
Understanding« (MoU) zwischen Opel,
General Motors (GM), Magna,
Betriebsräten und Gewerkschaften nach
jW-Informationen bislang nicht
zugestimmt. Das MoU schreibt fest, daß
bei den Löhnen und Gehältern in
Deutschland jährlich 176,8 Millionen,
europaweit 265 Millionen Euro eingespart
werden. Es gilt als Voraussetzung für
den Verkauf der Mehrheitsanteile der
neuen Opel-Gesellschaft an ein
Konsortium aus dem
kanadisch-österreichischen Zulieferer
Magna und der russischen Sberbank.
Es war 1929.
Vor 80 Jahren stürzten an der Wall
Street die Kurse ab. Der Verlauf der
Finanzkrise seit 2008 ähnelt in
dramatischer Weise dem Verlauf von 1929.
WELT ONLINE geht der Frage nach, wie die
damalige Krise entstanden ist und ob
heute eine Rückkehr der Großen
Depression möglich ist.
Barry
Eichengreen hat gute Nachrichten parat.
Seit dem Ausbruch der Finanzkrise
protokolliert der Berkeley-Professor
penibel den Absturz der Weltwirtschaft.
Bis in die Sommermonate hinein zeigten
seine Kurven auf ähnlich dramatische
Weise nach unten wie nach dem
Börsencrash von 1929:
Industrieproduktion, Welthandel und
Aktienkurse - alles stürzte mit der
gleichen oder sogar größerer
Geschwindigkeit wie vor 80 Jahren.
Der
Schweinegrippe-Impfstoff der Firma
GlaxoSmithKline gerät immer mehr in die Kritik.
Sein Nutzen gilt als unklar, die Risiken
scheinen nicht abgeklärt. Die Mitglieder des
Bundeskabinetts sollen deshalb mit einem anderen
Impfstoff geschützt werden.
Die Kanzlerin, die Kabinettsmitglieder sowie
Beamte der Ministerien und nachgeordneten
Behörden sollen mit einem anderen Impfstoff vor
der Schweinegrippe geschützt werden als die
deutsche Bevölkerung. "Wir haben 200.000 Dosen
des nicht-adjuvantierten Impfstoffes Celvapan
der Firma Baxter gekauft", sagte der Sprecher
des Innenministeriums, Christoph Hübner, dem
"Spiegel". Dieser Impfstoff enthält keinen
Wirkverstärker ("Adjuvans"); das Serum der Firma
GlaxoSmithKline (GSK), das der breiten
Bevölkerung gespritzt werden soll, enthält
diesen Stoff dagegen schon.
"Unionsfraktionsvize
Wolfgang Bosbach diktiert der ARD, mit wem
er diskutiert und mit wem nicht", kommentiert
der Sprecher der Fraktion DIE LINKE, Hendrik
Thalheim, die Ausladung von
Sevim Dagdelen, migrationspolitische
Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, durch die
Redaktion der Sendung "Anne
Will". "Sachkompetenz und
Diskussionsfähigkeit scheinen eine
untergeordnete Rolle zu spielen." Dagdelen war
von der Redaktion zunächst zur übermorgen
geplanten Sendung über Fragen der Integration
eingeladen und dann mit dem Hinweis auf ihre
Mitgliedschaft im Verein "Rote
Hilfe" wieder ausgeladen worden. Thalheim
weiter:
"Wenn
der Verfassungsschutzbericht über einen Verein,
der im Kern versucht, Angeklagten
rechtsstaatlich gebotenen juristischen Beistand
zuteil werden zu lassen und Bürgerrechte zu
verteidigen, als Vorwand für eine Ausladung
herhalten muss, zeigt das ein seltsames
Verständnis von Meinungsfreiheit. Es ist auch
fragwürdig, wenn eine Talkshow Angst vor
Diskussionen hat und meint, Diskussionspartner
so auswählen zu müssen, dass sie
Unions-Mitdiskutanten gefallen. Derart
vorauseilender Gehorsam stellt das Licht der
Redaktion und der Moderatorin doch in einer Art
unter den Scheffel, dass man versucht ist, nach
anderen Gründen zu suchen.
Der Verein Foebud
hat am Freitag seine "Big-Brother-Awards"
verliehen - einen Negativpreis für Firmen und
Personen, die aus Sicht der Jury in besonderer
Weise "die Privatsphäre von Menschen
beeinträchtigen."
Für seine "obsessiven Bestrebungen, den
demokratischen Rechtsstaat in einen
präventiv-autoritären Sicherheitsstaat
umzubauen", bekommt (Noch-)Innenminister
Wolfgang Schäuble den Preis in der Kategorie
"Lebenswerk". Familienministerin Ursula von der
Leyen (beide CDU) wird für das Vorantreiben der
Inhaltskontrolle im Internet geehrt. Auch Bahn,
Telekom und Lidl bekommen Preise für ihre
Spitzelaktionen. Besonders hervorheben möchten
die Datenschützer aber Firmen, welche "als
eifrige Lösungsanbieter im Schnüffelbereich" die
Überwachung technisch erst möglich machen:
Wegen der
andauernden Terrorgefahr hat das
NRW-Innenministerium angeordnet, die
Polizeistreifen in NRW mit Maschinenpistolen
auszurüsten. Das erfuhr unsere Zeitung aus
Polizeikreisen. Üblicherweise werden die Waffen
vom Typ Heckler & Koch MP 5 in den Waffenkammern
der Polizeibehörden gelagert. Die Bundespolizei,
die Bahnhöfe und Flughäfen kontrolliert, trägt
die Waffen offen, nachdem islamische Terroristen
in Videos mit Anschlägen in Deutschland gedroht
hatten.
Die NRW-Polizei führt die Maschinenpistolen
jetzt in den Streifenwagen mit, solange die
Terrorwarnung nicht aufgehoben wird. Frank
Richter, Vorsitzender der Gewerkschaft der
Polizei in NRW, sagte, die Maßnahme sei "der
Bedrohungslage angemessen". Alle Streifenbeamten
in NRW seien gut dafür ausgebildet, mit der
Waffe umzugehen. Auch Monika Düker,
Innen-Expertin der Grünen, begrüßte die
Anweisung. "Es wäre falsch, die aktuelle
Terrorgefahr wegzudiskutieren", sagte Düker. Es
verkürze die Zugriffszeit, wenn Polizisten die
Maschinenpistolen in Reichweite hätten.
Bürgerrechte würden dadurch nicht
beeinträchtigt.
Frankreich und
Deutschland sollen illegal riesige Mengen an
Nuklearabfall in Sibirien lagern - auf
Parkplätzen, so der Vorwurf.
Frankreich und Deutschland haben mit
Anschuldigungen zu kämpfen, sie hätten illegal
hunderte Tonnen Atommüll nach Sibirien gebracht,
um sie dort zu lagern. Einem Bericht der Zeitung
Liberation und des Senders Arte zufolge werden
seit Mitte der 90er Jahre jährlich 108 Tonnen
abgereichertes Uran aus französischen
Atomkraftwerken in Containern nach Russland
gesendet. Dort sei der Abfall auf einem
Parkplatz gelagert worden - unter freiem Himmel.
POTSDAM - Von allen
deutschen Industriebranchen ist der Maschinenbau
wohl am heftigsten von der weltweiten Finanz-
und Wirtschaftskrise betroffen. Die
Auftragseingänge liegen derzeit um mehr als 40
Prozent unter dem Niveau von 2008. Bis zum
Jahresende wird die Krise in der Branche 60 000
Stellen gekostet haben, glaubt der
Branchenverband VDMA.
Dem Abwärtstrend kann sich auch die Heidelberger
Druckmaschinen AG (Heideldruck) nicht entziehen.
Das Unternehmen streicht wegen der dramatisch
schlechten Auftragslage jeden fünften seiner 20
000 Arbeitsplätze. Erst am Donnerstag
verständigte sich die Unternehmensleitung mit
dem Betriebsrat über den Wegfall von weiteren
1500 Stellen (MAZ berichtete). Auch das
Heideldruck-Werk in Brandenburg an der Havel ist
davon betroffen.
Die Deutsche
Wirtschaft kann sich wohl bald nicht mehr
Exportweltmeister nennen, denn es wurde im
August weniger in andere Länder verschickt als
im Vormonat. Analysten sehen darin allerdings
keinen Trend.
Die weltweite Wirtschaftskrise belastet weiter
die deutschen Exporte. Im August sanken die
Ausfuhren zum ersten Mal seit vier Monaten
wieder im Vergleich zum Vormonat, teilte das
Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden
mit. Deutsche Firmen exportierten Waren im Wert
von 60,4 Milliarden Euro, das waren 1,8 Prozent
weniger als im Juli. Wie stark die Krise die
Exportwirtschaft lähmt, zeigt der Vergleich zum
Vorjahr. Weil die Nachfrage aus aller Welt
eingebrochen ist, lagen die Ausfuhren um 20
Prozent unter dem Ergebnis vom August 2008. Die
Einfuhren gingen fast genauso stark zurück.
Rohstahlproduktion im September 2009 bei 3,17
Millionen Tonnen
Statistische
Bundesamt Wiesbaden – Die deutschen Hüttenwerke
haben im September 2009 1,93 Millionen Tonnen
Roheisen und 3,17 Millionen Tonnen Rohstahl
hergestellt. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis)
mitteilt, produzierten die Hüttenwerke damit
25,9% weniger Roheisen und 21,7% weniger
Rohstahl als im September 2008. Gegenüber dem
Vormonat August nahm die Produktion im September
2009 bei Roheisen um 7,3% und bei Rohstahl um
7,5% zu. Bei der Rohstahlproduktion ergab sich
kalender- und saisonbereinigt (Berliner
Verfahren 4.1 – BV 4.1) eine Zunahme um 2,5%
In den ersten neun Monaten des Jahres 2009
wurden bundesweit 13,54 Millionen Tonnen
Roheisen und 22,65 Millionen Tonnen Rohstahl
hergestellt. Im Vergleich zum entsprechenden
Vorjahreszeitraum ist die Roheisenproduktion
somit um 40,6% und die von Rohstahl um 37,5%
zurückgegangen
Herstellung von
Roheisen, Rohstahl und warmgewalzten
Stahlerzeugnissen
August
2009
September
2009
Veränderung gegenüber
August
2008
September
2008
Millionen Tonnen
%
Deutschland
Roheisen
1,80
1,93
– 29,3
– 25,9
Rohstahl
2,95
3,17
– 26,0
– 21,7
Warmgewalzte
Stahlerzeugnisse
2,60
—
– 21,0
—
Für August 2009 endgültige
Ergebnisse, für September 2009 vorläufige
Ergebnisse.
Ende September hat
Deutschland zwei neue U-Boote der Dolphin-Klasse
an Israel ausgeliefert. Sie wurden in der
HDWWerft in Kiel gebaut und von israelischen
Technikern und Ingenieuren für das Abschiessen
von mit Atombomben bestückten Marschflugkörpern
aufgerüstet.
Die U212 genannten U-Boote wurden im Jahre 2005
bestellt und sollten ursprünglich 2010
ausgeliefert werden. Mit dieser Lieferung
besitzt Israel nun fünf in Deutschland gebaute
U-Boote mit modernster Technik. Sie haben eine
Besatzung von 35 Mann und können Atomwaffen bis
zu einer Distanz von 5'000 Kilometer abfeuern.
Die SPD hat als
Folge ihrer Regierungszeit, initiiert durch
Gerhard Schröder, einen sozialen Kahlschlag
hinterlassen, den sich keine CDU-Regierung
zugetraut hätte. Da musste man natürlich noch
einen passenden Abgang inszenieren. Schröders
Jünger schlugen auf der letzten Kabinettsitzung
noch einmal in altbewährter Manier zu, bevor sie
auf die Oppositionsbank rutschen und von dort
lauthals die unsoziale Politik der neuen
Regierung anprangern. Ihre Arbeit in der
Opposition wird für lange Zeit unglaubwürdig
bleiben.
Wohlwissend um die vielfältigen Aufgaben der
Kommunen im sozialen Bereich kürzen sie deren
Handlungsspielraum weiter. Die ohnehin von
Schwarz-Gelb geplanten Kürzungen für die Kosten
der Unterkunft bei Hartz IV-Betroffenen werden
nun durch die weiter eingeengten Spielräume der
Kommunen verschärft.
Unter dem Deckmantel
christlicher Nächstenliebe und unter Ausnutzung
kirchlichen Sonderrechts betreiben evangelische
Einrichtungen seit Jahren massives Lohndumping.
Bis zu 13 Prozent Nettoeinbußen mussten
Beschäftigte in den letzten Jahren hinnehmen.
Zuletzt gab es was vor vier Jahren. Dass sie
sich die Bezahlung nach Gutsherrenart nicht mehr
bieten lassen, liegt auch an der Mobilisierung
von ver.di. Gemeinsam stellt man sich quer –
trotz unchristlicher Drohungen der
Führungsriege. Und mit jedem Kampf der
Beschäftigten geht auch ein Stück antiquiertes
Privileg dem Ende entgegen.
Vordemokratische Verhältnisse
„Im gesamten Bereich der sozialen Arbeit sind
die beiden Kirchen Marktführer. Die beiden
Kirchen haben verhältnismäßig großen politischen
Einfluss. Sie nützen diesen Einfluss und ihre
Marktführerschaft im sozialen Bereich nicht, um
endlich vernünftige Entgelte für die Arbeit zu
bekommen. Sie nützen ihre Macht ausschließlich,
um Dumpinglöhne durchzusetzen. Alle Welt regt
sich über Lidl und Aldi auf, die Kirche ist
schlimmer“ wetterte am 4. August 2008 der
Mitarbeitervertreter der bundesweiten
arbeitsrechtlichen Kommission der Diakonie,
Wolfgang Lindenmaier, in einem Interview in
Report Mainz
Ergebnisbeteiligung oder unkontrollierbare
Beteiligungskonzepte:
Die
Belegschaft will ihr Geld sehen!
alternative
Für die
Kolleginnen und Kollegen im Daimler-Werk
Untertürkheim, Nr.74, 08.10.2009
Darin u.a.: "Ergebnisbeteiligung oder
unkontrollierbare Beteiligungskonzepte: Die
Belegschaft will ihr Geld sehen!"; "Abzocke geht
weiter: Arbeitszeit gekürzt, Weihnachtsgeld
gekürzt?!"; "Totale Nullnummer: Keine
Verbesserung beim Fremdfirmeneinsatz in der
Entwicklung"; "Getrommle für Goldene Lenkräder,
Gelbe Engel und Auto-Trophy: Peinlich,
Peinlich!"; "Schutzbrillen- Spielchen: Neues aus
der Anstalt"; "Beim Lohn wird nur noch
getrickst, getäuscht und verzögert"; "ERA-Karotte
beim "Turbolader"; "Taubenkot in der Halle:
Alles - bloß nicht harmlos!"; "Erpresswerk
Daimler Berlin-Marienfelde: Betriebsratsmehrheit
akzeptiert Horrorkatalog"...
Berliner Verfassungsrichter stärken Position von
Privatisierungsgegnern
Attac startet
bundesweite Kampagne gegen Public Private
Partnership
Pressemitteilung, Attac Deutschland, Berlin /
Frankfurt am Main, 6. Oktober 2009
Das globalisierungskritische Netzwerk Attac
begrüßt das heutige Urteil des Berliner
Verfassungsgerichtshofes, demzufolge das vom
Berliner Wassertisch initiierte Volksbegehren
zur Offenlegung der Geheimverträge für die
Berliner Wasserwirtschaft zulässig ist. "Dieses
Urteil dürfte auch bundesweit bahnbrechend
sein", stellte Dorothea Härlin von Attac Berlin
fest. "Der Richterspruch stärkt nicht nur die
Rolle von Volksbegehren, sondern enthält auch
Ansatzpunkte, die unsere Forderung nach einer
Offenlegung der Verträge inhaltlich stützen." So
hat der Verfassungsgerichtshof in seiner
Begründung festgestellt, dass "die
Wasserversorgung und die Abwasserbeseitigung
seit jeher Bestandteile zentraler staatlicher
Daseinsvorsorge" sind. Auch bei Beteiligung
privater Dritter dürften die Rechtsgeschäfte
daher "nicht dem öffentlichen Recht entzogen"
werden.
Der Berliner Wassertisch, 2006 von Attac Berlin
gegründet und mittlerweile ein breites Bündnis
aus Einzelpersonen und Organisationen, engagiert
sich für eine Rekommunalisierung der
teilprivatisierten Berliner Wasserbetriebe und
will die geheim gehaltenen Verträge zwischen den
privaten Investoren und der Stadt vor Gericht
auf Sittenwidrigkeit überprüfen lassen. "Dafür
müssen aber die Verträge offen gelegt werden,
deshalb unser Volksbegehren", sagte Claus
Kittsteiner, ebenfalls aktiv bei Attac Berlin.
Attac wird sich in den kommenden Monaten mit
einer bundesweiten Kampagne verstärkt gegen die
zunehmende Privatisierung öffentlicher
Daseinsvorsorge durch so genannte Public Private
Partnerships (PPP) engagieren. Ein erstes
bundesweites Vernetzungstreffen fand am
Wochenende statt. Dorothea Härlin: "Das Berliner
Urteil ist ein gutes Zeichen. Denn
Geheimverträge sind generell ein
Schlüsselinstrument beim Ausverkauf des
öffentlichen Eigentums."
Die Krise der
Autobauer zieht auch den weltgrößten Zulieferer
mit in den Abgrund. Angeblich könnte sich der
Verlust bei dem Unternehmen in diesem Jahr auf
bis zu 3 Mrd. Euro summieren - dreimal so viel
wie gedacht. Und Besserung ist bisher nicht in
Sicht.
Dem weltgrößten Automobilzulieferer Bosch droht
2009 ein Verlust von bis zu 3 Mrd. Euro. Das
berichtete das "Handelsblatt" unter Berufung auf
Unternehmenskreise. Ein Sprecher sagte FTD.de,
Bosch könne die Zahl noch nicht bestätigen. Er
sehe den Verlust aber geringer als 3 Mrd. Euro.
Es sei momentan nicht absehbar, wie die
einzelnen Branchen aus der Talsohle kämen.
Nach dem Debakel bei
der Bundestagswahl vor einer Woche wollten die
deutschen Sozialdemokraten mit neuem Schwung in
die Opposition gehen. Doch der personelle
Neustart ist von Misstönen begleitet. Die
Abstimmung zur Nominierung der künftigen Führung
im Parteivorstand zeugte von wenig Begeisterung.
spi. In einem «Hauruck-Verfahren» habe sich die
neue Parteiführung an die Spitze der SPD
gesetzt, mokiert sich das SPD-Vorstandsmitglied
Hermann Scheer. Am Montagabend billigte der
36-köpfige Parteivorstand eine komplette
Neuaufstellung der Führungsmannschaft. Scheer
war einer der vielen, welcher der neuen Riege
die Gefolgschaft verweigerte.
Betriebszeitung von kämpferischen Arbeiterinnen
und Arbeitern bei Daimler Chrysler Sindelfingen
Ausgabe 55 vom
September 2009 ist erschienen
Darin u.a.: "Kampf statt Verzicht!"; "Was ist
los bei uns im Werk?"; "Bundestagswahl -
Verraten und verkauft!"; "Abwrackprämie - Das
dicke Ende kommt noch!"; "Über'n Tellerrand
geschaut - Aktuelle Kämpfe aus aller Welt.." Zur
Ausgabe 55 (pdf)
Berlin. In der SPD ist massiver Unmut über die
von einem kleinen Führungszirkel beschlossene
Neuordnung der Parteispitze laut geworden.
Parteilinke stellten diese "anonym getroffenen
Absprachen" offen in Frage. Diese dürften für
die zuständigen Parteigremien "keine
Vorfestlegung oder Verbindlichkeit" bedeuten,
forderte SPD-Vorstandsmitglied Hermann Scheer.
Wiesbaden. Die Bundes-SPD sollte sich an den
hessischen Genossen ein Beispiel nehmen. Ein
"kluges und interessantes Politikangebot" habe
man damals gemacht, Anfang 2008, als die SPD in
Hessen mit 36,7 Prozent fast die Macht erobert
hätte. Daran erinnert am Dienstag Thorsten
Schäfer-Gümbel, seit sieben Monaten
Parteivorsitzender der hessischen SPD.
Die Planungen zur
Schließung des maroden Atommülllagers Asse
kommen in eine entscheidende Phase. Dabei drängt
die Zeit, weil die Grube einsturzgefährdet ist.
HANNOVER/BERLIN dpa/afp | Drei Möglichkeiten
gibt es, die Schachtanlage mit rund 126 000
Atommüll-Fässern dauerhaft stillzulegen. Am
Freitag legte das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS)
die Studien dazu vor. Welche Methode die Behörde
für die beste und sicherste hält, soll im
Dezember entschieden werden.
Da die Grube instabil ist und Wasser eindringt,
stehen die Fachleute unter Druck. "Wir bewegen
uns in einem engen Zeitkorsett", sagte
BfS-Präsident Wolfram König am Freitag in
Hannover. Es wird diskutiert, die
Atommüll-Fässer herauszuholen, sie in tiefere
Bereiche des Bergwerks umzulagern und die Grube
komplett mit Spezialbeton zu füllen.
"Wir haben ein
absolutes Nachfrageloch", klagt ein
Branchenvertreter. Denn die Zeit der guten
Absätze in der Autoindustrie ist eindeutig
vorbei, seit es keine direkten Subventionen auf
den Autokauf mehr gibt.
Einen Monat nach dem Ende der Abwrackprämie
klagen Autohändler über einen deutlichen
Absatzeinbruch. Der Vorsitzende des
Bundesverbands freier Kfz-Händler, Ansgar Klein,
sagte der "Bild"-Zeitung: "Der Absatz liegt rund
die Hälfte niedriger als im August. Wir haben
ein absolutes Nachfrageloch bei kleinen und
preiswerten Autos."
WIESBADEN – Nach
vorläufigen Ergebnissen des Statistischen
Bundesamtes (Destatis) lag der Umsatz im
deutschen Einzelhandel im August 2009 nominal
3,5% und real 2,6% niedriger als im August 2008.
Beide Monate hatten jeweils 26 Verkaufstage. Im
Vergleich zum Juli 2009 sank der Umsatz im
August 2009 unter Berücksichtigung von Saison-
und Kalendereffekten nominal um 0,7% und real um
1,5%. Das Ergebnis für August 2009 wurde aus
Daten von sieben Bundesländern berechnet, in
denen circa 76% des Gesamtumsatzes im deutschen
Einzelhandel getätigt werden.
Der Einzelhandel mit Lebensmitteln, Getränken
und Tabakwaren setzte im August 2009 nominal
2,4% weniger und real 1,0% weniger um als im
August 2008. Dabei wurde bei Supermärkten,
SB-Warenhäusern und Verbrauchermärkten nominal
2,4% und real 0,8% weniger als im Vorjahresmonat
abgesetzt, beim Facheinzelhandel mit
Lebensmitteln waren die Umsätze nominal um 2,4%
und real um 2,6% niedriger.
Im Einzelhandel mit Nicht-Lebensmitteln wurde im
August 2009 ebenfalls nominal und real weniger
als im Vorjahresmonat umgesetzt (nominal – 3,9%,
real – 3,5%). In diesem Bereich erzielte
lediglich der Einzelhandel mit kosmetischen,
pharmazeutischen und medizinischen Produkten
eine nominale und reale Umsatzsteigerung
gegenüber August 2008 (um 3,9% beziehungsweise
um 2,5%).
Von Januar bis August 2009 wurde im deutschen
Einzelhandel nominal 2,4% und real 2,0% weniger
als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum
umgesetzt.
BOCHUM Beim Bochumer
Opel-Betriebsrat wächst die Sorge vor einer
Insolvenz nachdem die Gespräche mit dem
potenziellen Investor Magna zu keinem konkreten
Ergebnis geführt haben.
Damit wächst gleichzeitig die Angst vor
Werksschließungen und Massenentlassungen. "Wir
brauchen jemand, der Geld mitbringt", sagt der
Betriebsratsvorsitzende Rainer Einenkel. Ob das
wirklich Magna sein wird, vermag er nach den
gestrigen Gesprächen in der Nähe Wiesbadens
nicht wirklich einzuschätzen. "Schau´n wir mal,
wie das zu Ende geführt werden kann." Zu
unübersichtlich scheint die Gesamtlage.
Die neue Fraktion
ist größer als je zuvor, hat mehr Frauen als
Männer, viele Pragmatiker, einige Radikale und
etliche, die irgendwo dazwischen stehen.
Schon wenige Tage nach der Wahl ist klar: Die
SPD will ein linkeres Programm und die
Abgrenzung von der Linkspartei beenden. Doch wie
reagiert diese darauf? Wird sich diese neue,
größere, selbstbewusstere Linksfraktion, die
immerhin halb so groß ist wie die SPD, in
Fundamentalopposition einrichten oder Brücken zu
SPD und Grünen bauen? Wenn, so viel lässt sich
bereits sagen, eine rot-rote Annäherung möglich
ist, dann in gemeinsamen Landesregierungen und
hier - auf der Oppositionsbank.
Dort sitzen auch Sahra Wagenknecht und Ulla
Jelpke, die Wortführerin des radikalen Flügels.
Beide sind über die Landesliste NRW in den
Bundestag gekommen. Nirgends sind die Fundis so
stark wie in Nordrhein-Westfalen. Wagenknecht
versucht die Fraktion schon mal vorab gegen
rot-rot-grüne Versuchungen zu immunisieren. "Wir
müssen weiterhin konsequent Politik gegen
sozialen Kahlschlag und neoliberale Gelüste
machen", sagt sie der taz. Und: "Rot-Rot-Grün
wäre nur mit einer völlig erneuerten SPD
möglich." Ohne Abschaffung von Hartz IV und
sofortigen Abzug aus Afghanistan geht mit der
Linkspartei "unter Garantie" nichts.
Die deutschen
AKW-Betreiber frohlocken: Mit Schwarz-Gelb sehen
sie ihre Chance gekommen, den ungeliebten
Atomkonsens aufzuheben. RWE-Chef Großmann wirbt
offen dafür, nicht nur den umstrittenen Meiler
Biblis länger am Netz zu lassen.
Die deutschen
Energiekonzerne spüren Rückenwind: Sie gehen
davon aus, dass die neue schwarz-gelbe Regierung
die Atomkraftwerke in Deutschland länger als
geplant laufen lassen wird. Der Chef des
Energiekonzerns Eon, Wulf Bernotat, äußerte sich
im «Handelsblatt» überzeugt, dass die
Kernenergie nach dem Regierungswechsel wieder
eine Zukunft haben wird. «Dieses Thema kann
jetzt sachlich und ideologiefrei angepackt
werden», zitierte ihn die Zeitung am Dienstag.
Bartels zeigt zu Anfang seines Buches, dass der
Abstand zwischen Arm und Reich in den USA
besonders in den letzten dreißig Jahren krass
angestiegen ist. Wie auch Dieter Wermuth hier im
Blog neulich geschrieben hatte, hat die
Einkommensungleichheit in den USA mittlerweile
Ausmaße wie in der Dritten Welt angenommen. Nach
einem Vergleich der Entwicklung der
Einkommensverteilung unter republikanischen und
demokratischen Präsidenten seit 1945 findet
Bartels die dafür Schuldigen: Die
republikanischen Präsidenten. Unter ihnen ist
der Unterschied zwischen den unteren und
mittleren Einkommen und den sehr hohen Einkommen
stets gestiegen. Unter demokratischen
Präsidenten sind die Einkommensunterschiede
gleich geblieben oder sogar gefallen.
Georg Restle: "Von den
Gewinnern der Gesundheits-reform zu den Gewinnern der
Wirtschaftskrise. Die Konjunk-turdaten, die heute
veröffentlicht wurden, nähren bei manchen ja schon
wieder leise Zukunftshoffnungen. Vor allem zwei deutsche
Großunter-nehmen haben zurzeit aber so richtig Grund zur
Freude: Die Deutsche Bank und die Allianz machen schon
wieder Milliardengewinne, so, als ob es nie eine Krise
gegeben hätte. Dabei sind es ja gerade auch diese beiden
Unternehmen, die von den Steuermilliarden für die
Pleitebank HRE erheblich profitiert haben. Kim Otto.
Markus Schmitt und Katja Garmasch zeigen Ihnen, wie aus
den Mitverursachern der Krise ihre größten Profiteure
wurden. Und wer in einer der langen Nächte der
Entscheidungen eigentlich das Sagen hatte."
Befreiung von der
Rundfunk-gebührenpflicht - Bezieher von
Arbeitslosengeld II
erleichtert
"Ab Juli 2009 wird die
Bundesagentur für Arbeit (BA) mit jedem Arbeitslosengeld
II (ALG II) Bewilligungsbescheid automatisch eine
Bescheinigung zur Vorlage bei der GEZ übersenden."
Presse Info vom 17.06.2009