Die deutschen
AKW-Betreiber frohlocken: Mit Schwarz-Gelb sehen
sie ihre Chance gekommen, den ungeliebten
Atomkonsens aufzuheben. RWE-Chef Großmann wirbt
offen dafür, nicht nur den umstrittenen Meiler
Biblis länger am Netz zu lassen.
Die deutschen
Energiekonzerne spüren Rückenwind: Sie gehen
davon aus, dass die neue schwarz-gelbe Regierung
die Atomkraftwerke in Deutschland länger als
geplant laufen lassen wird. Der Chef des
Energiekonzerns Eon, Wulf Bernotat, äußerte sich
im «Handelsblatt» überzeugt, dass die
Kernenergie nach dem Regierungswechsel wieder
eine Zukunft haben wird. «Dieses Thema kann
jetzt sachlich und ideologiefrei angepackt
werden», zitierte ihn die Zeitung am Dienstag.
Forderungen der Arbeitgeber bedeuten
Klassenkampf von oben
Bei Umsetzung
wären soziale Unruhen unausweichlich
Pressemitteilung, Attac Deutschland, Frankfurt
am Main, 29. September 2009
Mit scharfer Kritik
hat das globalisierungskritische Netzwerk Attac
auf den Forderungskatalog der
Arbeitgeberverbände reagiert, den diese bereits
einen Tag nach der Bundestagswahl der neuen
Mehrheit im Bundestag präsentiert haben. Wenn
die schwarz-gelbe Koalition diesen Forderungen
nachkomme, seien soziale Unruhen unausweichlich.
"Es ist mehr als dreist, wie offen der Präsident
des Deutschen Industrie- und Handelskammertages
Wohltaten für Unternehmen und sozialen
Einschnitten das Wort redet. Das würde die
weitere Spaltung der Gesellschaft bedeuten",
sagte Detlev von Larcher vom bundesweiten
Attac-Koordinierungskreis.
DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann hatte am
Montag ein 100-Tage-Programm der neuen Regierung
mit Steuererleichterungen für Unternehmen, dem
Wegfall des Kündigungsschutzes für Unternehmen
mit weniger als 20 Arbeitsplätzen, dem
Durchsetzen der Rente mit 67 und
Ausgabenkürzungen zur Sanierung des Haushaltes
gefordert. Reinhard Göhner, Hauptgeschäftsführer
der Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände
(BDA) stieß ins gleiche Horn. Er forderte von
der neuen Bundesregierung eine weitere
Stabilisierung der Banken, die Senkung von
Steuern und Abgaben sowie die Rückkehr zum Kurs
der Haushaltskonsolidierung, also Einsparungen
vor allem bei den Sozialausgaben. "Das ist nicht
mehr nur soziale Kälte, das ist Klassenkampf von
oben", stellte Detlev von Larcher fest.
Alexis Passadakis, ebenfalls Mitglied im
Attac-Koordinierungskreis: "Die
Zivilgesellschaft wird sich in den kommenden
Jahren ebenso geschlossen gegen diese Zumutungen
wehren müssen wie gegen eine Verlängerung der
Laufzeiten von Atommeilern und Rückschritte bei
der Förderung alternativer Energien.".
Stuttgart. Die IG
Metall Baden-Württemberg will mit Blick auf ein
langfristig schrumpfendes Beschäftigungsvolumen
in der Metall- und Elektroindustrie eine Debatte
über die Arbeitszeit anregen.
"Wir haben derzeit die massivste
Arbeitszeitverkürzung, die die Republik je
erlebt hat", sagte IG Metall-Bezirksleiter Jörg
Hofmann in einem Gespräch mit der Deutschen
Presse-Agentur dpa in Stuttgart. Nur im
günstigsten Fall werde nach der Rezession das
frühere Niveau wieder erreicht. "Wir werden
Branchen haben, die wieder auf ihr volles
Arbeitszeitvolumen kommen, aber auch solche, die
weit unter den früheren Werten bleiben." Deshalb
seien Instrumente nötig, die den bundesweit 3,3
Millionen Beschäftigten der Branche über die
Krise hinaus Beschäftigung sicherten.
Die
Datenschutzbehörde in Nordrhein-Westfalen geht
einem Verdacht nach: Der Textildiscounter Kik
soll die Beschäftigten anders als zuvor
zugegeben flächendeckend auf Schulden überprüft
haben. Dienstleister ist laut dem Amt die
Auskunftei Creditreform gewesen – in
inakzeptablem Ausmaß.
Die Datenschutzbehörde in Düsseldorf geht dem
Verdacht flächendeckender Finanzkontrollen der
Mitarbeiter beim Textildiscounter Kik nach.
Demnach soll der Dienstleister Creditreform für
Kik alle Beschäftigten und auch Bewerber
Auskünfte über Schulden geliefert haben; laut
einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Der
Spiegel“ geht es um 49.000 Bonitätsauskünfte in
eineinhalb Jahren.
Nur zu gut erinnern
wir uns alle an das Jahr 2004. Mit der Drohung
10.000 Arbeitsplätze abzubauen erpresste der
Vorstand die Belegschaft. Der damalige
Mercedes-Chef Hubbert bezeichnete
tarifpolitische Errungenschaften wie die
Steinkühlerpause als „badenwürttembergische
Krankheit“. Nach heftigen Auseinandersetzungen
kam es trotz ungebrochener Kampfmoral der
Kollegen zu den weitest reichenden
Zugeständnissen des Gesamtbetriebsrats in der
Geschichte des Unternehmens. Verzicht in Höhe
von 500 Millionen € jährlich waren der Preis für
die „Zukunftssicherung 2012“, die unsere Zukunft
absolut nicht sichert.
Trotz der versprochenen Beschäftigungssicherung
wurden bereits ab dem Jahr 2005 massenhaft
Arbeitsplätze abgebaut. Und aktuell im Jahr 2009
wurde ein weiteres 2 Mrd.- Verzichtspaket
nachgeschoben, um Entlassungen nochmals
auszuschließen. „Ich kann meinen Kollegen nur
sagen: Wer diesen Unternehmen den kleinen Finger
gibt, muss damit leben, dass er in Zukunft nur
noch vier Finger an der Hand hat.“ Dies sagte
kein Geringerer, als der ehemalige 1.Vorsitzende
der IG Metall, Franz Steinkühler zum Erpresswerk
2004. Und er hatte absolut recht.
Bundesrätin Doris
Leuthard soll von der Krise verunsichert gesagt
haben: Verkennen Sie auch das Potential für
soziale Unruhen nicht. Aber Frau Leuthard kann
beruhigt sein. Wir haben die Polizei und wenn es
schlimm kommt kann die Armee bei Unruhen im
Inneren des Landes immer noch eingreifen, wie
früher auch schon. Auch in Davos beim
Weltwirtschaftsforum sicherte die Schweizer
Armee das Terrain. Wenn es ganz schlimm kommt,
kann auch die Nato helfen. Panzertruppen der
französischen Armee übten schon im Glarnerland,
britische Elite-Truppen waren schon im Berner
Oberland, sie trainierten für Afghanistan. Der
Schnee in unserem Land soll eine ähnliche
Konsistenz aufweisen wie der Sand in
Afghanistan, wurde gesagt. Ein Jet der deutschen
Bundeswehr raste im Lauterbrunnental im Tiefflug
in eine Felswand. Es war jedoch keine Flugübung
der deutschen Luftwaffe für den Einsatz gegen
Aufständische am Hindukusch, wurde uns
versichert. Für was dann?
Auch die Europäische Union rüstet sich gegen
soziale Unruhen. Die EU schafft deshalb das
Verbot der Todesstrafe unter gewissen Umständen
ab, sobald der Vertrag von Lissabon nach der
Ratifizierung durch Irland in Kraft tritt. In
diesem Vertrag von Lissabon wird für
Aufständische in der EU die Todesstrafe wieder
gestattet. Die Todesstrafe ist erlaubt, wenn es
erforderlich ist einen Aufruhr oder Aufstand
rechtmässig niederzuschlagen. Siehe Amtsblatt
der Europäischen Union, C 303/ 1 zu Artikel 2
Recht auf Leben.
Der
Verfassungsschutz soll nach Plänen des
Innenministeriums zur Polizei werden. Das steht
in einem Koalitionsentwurf der CDU, der der "Süddeutschen
Zeitung" vorliegt
Das Bundesinnenministerium plant den Umbau der
deutschen Sicherheitsbehörden nach der
Bundestagswahl. Der Bundesverfassungsschutz
solle zahlreiche neue Kompetenzen erhalten und
zur allgemeinen Sicherheitsbehörde ausgebaut
werden, schreibt die Süddeutsche Zeitung. Beamte
aus dem Ministerium von Wolfgang Schäuble (CDU)
haben das Konzept in einem
"Vorbereitungs-Koalitionspapier"
niedergeschrieben, das dem Blatt aus München
vorliegt. Es trägt das Datum vom 22. September.
Die darin enthaltenen Forderungen gehen über das
Wahlprogramm der CDU hinaus: Das Strategiepapier
aus dem Innenministerium sieht eine
Zusammenlegung des Verfassungsschutzes mit der
Polizei vor. Die Verfassungsschützer sollen
außerdem auf die Daten der
Vorratsdatenspeicherung zugreifen und die
Computer Verdächtiger online durchsuchen dürfen.
Das gehört bisher zu den Aufgaben der Justiz und
der Polizei.
Stuttgart. Die
größte deutsche Landesbank LBBW rechnet auch in
diesem Jahr mit tiefroten Zahlen. Im laufenden
Geschäftsjahr werde ein Verlust von rund zwei
Milliarden Euro erwartet, erfuhr die Deutsche
Presse-Agentur dpa am Donnerstag in Stuttgart
aus Kreisen der Eigentümer der Landesbank
Baden-Württemberg (LBBW). Gründe dafür seien die
Wirtschaftskrise und Ausfälle durch riskante
Immobiliengeschäfte.
LBBW-Vorstandschef Hans-Jörg Vetter habe den
Vorsitzenden der Trägerversammlung,
Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther
Oettinger (CDU), bereits über das erwartete
Minus informiert. Im vergangenen Jahr hatte die
LBBW infolge der Finanzkrise einen Verlust von
rund 2,1 Milliarden Euro eingefahren.
Zwar ist noch immer nicht herausgekommen, von
wem Dr. Kohl seine
illegalen
Parteispenden
bekommen hat. Sein enger Freund und Parteifreund
Dr. Reinfried Pohl jedoch, einer der reichsten
Männer der Republik, hat ein
großes Herz
für die konservative Partei sowie deren liberale
Koalitionsfavoriten. Ein Blick auf das
Unternehmen einerseits und die Zurückhaltung der
Bundesregierung bzgl. des Verbraucherschutzes
andererseits hinterlässt einen schalen
Beigeschmack und erinnert frappierend an
Berlusconien.
Eine Präferenz von Deutschlands mit 37.000
Außendienstlern personalstärkstem Finanzvertrieb
"Deutsche Vermögensberatung AG" (DVAG) zur CDU
ist unübersehbar (3): Im Beirat geben sich
Helmut Kohl persönlich, seine frühere rechte
Hand Horst Teltschick (langjähriger Organisator
der Münchner Sicherheitskonferenz (4)), Kohls
pfälzischer Ministerpräsidentennachfolger a.D.
Bernhard Vogel sowie der hessische
Ministerpräsident a.D. Walter Wallmann die Ehre.
Ein weiterer Beiratsposten wird von dem
konservativen Dieter Stolte besetzt, der als
ehemaliger Intendant des ZDF Diether Hildebrandt
an die Luft setzte (5) und während der Ära Kohl
politisches Kabarett im Mainzer Sender
verhinderte.
Der afghanische
Journalist Hussain Mosawe wirft Deutschland eine
«Politik der verbrannten Erde» in seinem Land
vor. Scharfe Kritik übt er an Merkel, die nach
dem verheerenden Tanklaster-Angriff lediglich
von einem Fehler sprach.
«Deutschland kann mehr», lächelt
Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier vom
Wahlkampfplakat. «...Menschen töten», hat jemand
im Frankfurter Nordend den Slogan ergänzt. «Wir
haben die Kraft», strotzt Kanzlerin Angela
Merkel. «...zum Krieg», wird der Spruch auf den
Postern fortgeführt. Das mag zynisch klingen.
Den Willen zur Kriegsführung darf man weder
Merkel noch Steinmeier unterstellen. Doch es ist
Realität. Der von Deutschland angeordnete
verheerende Luftschlag auf zwei am Kundus-Ufer
steckengebliebene Tanklaster hat ja
stattgefunden. Und obwohl es die Menschen
interessiert, wie die bemalten Plakate zeigen:
Eine substanzielle Debatte über den
folgenschwersten Einsatz in der Geschichte der
Bundeswehr findet im Wahlkampf nicht statt. Im
sogenannten Kanzlerduell war das Thema nach vier
Minuten erledigt.
Der deutsche Umgang mit dem Krieg in seinem Land
treibt dem afghanischen Journalisten Hussain
Mosawe die Wut ins Gesicht. Der Redakteur des
Internetportals
http://afgazad.com (Freies Afghanistan)
besucht seine Familie in Deutschland. ...
Trieb
Rüttgers-Berater Bespitzelung voran?
Von Annika Joeres,
http://www.fr-online.de,
23.09.2009
Düsseldorf. Der
engste Berater von Ministerpräsident Jürgen
Rüttgers (CDU) war in die umstrittene
Video-Spähaktion gegen SPD-Oppositionsführerin
Hannelore Kraft eingebunden. Rüttgers-Intimus
Boris Berger, Abteilungsleiter in der
Staatskanzlei, organisierte offenbar von seinem
Dienstrechner aus die minutiöse Überwachung der
SPD-Landeschefin und gab Ratschläge für die
Kameraüberwachung Krafts im Wahlkampf.
In einer E-Mail von Berger an CDU-Parteisprecher
Matthias Heidmeier, die das Magazin Focus
veröffentlichte, heißt es: "Wie können wir die
dauerhafte Beobachtung organisieren?" Heidmeier
antwortet unverzüglich an die offizielle Adresse
der Staatskanzlei: "Material wird zur Verfügung
gestellt."
Die ersten
Quelle-Mitarbeiter haben die Kündigung bekommen.
Rund ein Viertel der insgesamt 3100 Gekündigten
können in eine Beschäftigungsgesellschaft
wechseln.
NÜRNBERG - Beim insolventen Versandhaus Quelle
haben die ersten der bundesweit 3100 betroffenen
Mitarbeiter ihre Kündigungen erhalten. Bereits
seit Montag würden Gespräche mit Beschäftigten
geführt. Der Primondo-Insolvenzverwalter Jörg
Nerlich und seine Mitarbeiter seien bemüht,
möglichst vielen Betroffenen die Kündigung in
einem persönlichen Gespräch zu überreichen,
teilte Nerlichs Sprecher Thomas Schulz am
Mittwoch mit. "Nur wenn Mitarbeiter im Urlaub
oder aus anderen Gründen nicht persönlich
erreichbar sind, verschicken wir die Kündigungen
per Post", betonte der Sprecher.
Die Lohnkosten in
Tuscaloosa wären pro Stunde 20 Euro billiger als
in Sindelfingen. Deshalb erwägt der
Autohersteller Daimler nach Angaben der
«Stuttgarter Zeitung», die Wagenklasse dorthin
zu verlagern.
Der Autobauer Daimler stellt einem Bericht
zufolge die Fertigung der C-Klasse im Werk in
Sindelfingen bei Stuttgart auf den Prüfstand.
Das Management erwägt die Fertigung des Modells
im größten inländischen Pkw-Werk einzustellen
und die Baureihe zusätzlich im US-Werk
Tuscaloosa vom Band laufen zu lassen, berichtete
die «Stuttgarter Zeitung». Das Werk Bremen würde
damit zum einzigen deutschen Standort, an dem
die C-Klasse produziert werde.
Gewerkschaftlich organisierte Mitglieder der SPD
aus mehreren Bundesländern haben sich wenige
Tage vor der Bundestagswahl am 27.9.09 mit einem
Aufruf an die Parteibasis und die Öffentlichkeit
gewandt. In dem zweiseitigen Papier wird der
Aufruf die SPD zu wählen mit der Forderung eines
politischen Richtungswechsels und dem Bruch mit
der Führung der SPD gefordert. Dazu heißt es
herausgehoben: "Es gibt keine
dringlichere Aufgabe, als die SPD von ihrem
gescheiterten Führungstrio zu befreien!"
Offener Aufstand
Auslöser der Initiative ist die Erkenntnis der
UnterzeichnerInnen, dass ohne eine politische
Kurskorrektur die Lasten der Finanz- und
Wirtschaftskrise zu großen Teilen auf die
Beschäftigten abgewälzt werden:
"Alle wissen,
das Programm, was die Krise diktiert, wird das
der Massenentlassungen sein; es wird das
Programm des Sozialabbaus, der Zerstörung der
Sozialversicherungssysteme und des
Zusammenbruchs der öffentlichen Haushalte als
Folge der Milliardenhohen Staatsverschuldung für
die Rettung der Spekulanten sein; das Programm
der Zertrümmerung der noch erhaltenen
Grundpfeiler des Sozialstaats."
Gordon Brown regt
eine neue Debatte über die G20-Staaten an.
Großbritanniens Premierminister verlangt, das
Gremium langfristig in eine globale
Wirtschaftsregierung umzuformen. So könnten die
Folgen der Krise besser bewältigt und künftige
Probleme verhindert werden.
Berlin - Kurz vor dem Gipfeltreffen der Staats-
und Regierungschefs der G20 hat der britische
Premierminister Gordon Brown sich für eine
intensivere Zusammenarbeit eingesetzt: Er
forderte, die G20 müssten eine
Weltwirtschaftsregierung formen. "Die G20 haben
die Welt gemeinsam vor dem Kollaps des
Finanzsystems gerettet", sagte Brown der Zeitung
"Die Welt". "Das ist eine große Chance,
langfristig zusammenzuarbeiten."
March for Jobs" zum Auftakt der G20-Proteste in
Pittsburgh
Demonstranten
fordern Rettungspakete für Menschen statt für
Banken
Pressemitteilung
- Attac Deutschland, Frankfurt am Main /
Pittsburgh, 21. September 2009
Mit einem "March for
Jobs", also einem Protestmarsch für
Arbeitsplätze, durch Pittsburgh hat die
US-amerikanische "Bail-Out-People"-Bewegung am
Sonntag die Aktionswoche gegen den G20-Gipfel
eingeleitet. "Die Menschen versprechen sich hier
nichts von dem bevorstehenden G20-Gipfel. Sie
fordern ein weitgehendes Umsteuern der Politik
und beklagen die enge Zusammenarbeit zwischen
der Regierung, Banken und Konzernen, die am Ende
immer wieder die Menschen im Regen stehen
lassen", berichtete Jutta Sundermann vom
Koordinierungskreis des
globalisierungskritischen Netzwerkes Attac
Deutschland, die an der Demonstration teilnahm.
US-amerikanischen Organisationen, aus
Gewerkschaften, Menschenrechtsgruppen und
Arbeitsloseninitiativen Ende des vergangenen
Jahres als Reaktion auf die Finanz- und
Wirtschaftskrise
zusammengeschlossen. Unter dem Motto "Bail out
the people, not the banks" fordert die Bewegung
Rettungsprogramme für die Menschen, die in Folge
der Krise ihre Wohnungen oder Jobs verloren
haben. Sharon Eolis, Organisatorin des "March
for Jobs" äußerte sich erfreut über den
multiethnischen Charakter der Demonstration.
Dies habe es seit vielen Jahren nicht mehr in
den USA gegeben. Noch immer sei Rassismus ein
großes und täglich sehr präsentes Problem in
ihrem Land. Entweder demonstrierten Weiße oder
Schwarze, gemeinsam gelinge das nur selten.
Viele der aus New York, Rhode Island,
Kalifornien, West Virginia, Los Angeles und
etlichen anderen US-Bundesstaaten angereisten
Demonstrationsteilnehmer werden während der
Protestwoche in der Zeltstadt neben der
Monumental Baptist Church in den Hill Districts
von Pittsburgh leben, um sich in den kommenden
Tagen an Diskussionen, Demonstrationen und einer
Gegenkonferenz unter dem Motto "People's Voices"
zu beteiligen.
Dabei wird ein Kilometer langer Zaun mitten
durch Pittsburgh die Teilnehmer der Proteste von
den beim Gipfel versammelten Politiker trennen.
Dazu Jutta Sundermann: "Wir kennen das bereits
vom G8-Gipfel in Heiligendamm. Die Politiker
halten sich die Kritik und die Wut der von ihren
Entscheidungen betroffenen Bürger vom Leib und
verschanzen sich weitab von den Demonstranten
hinter einem Zaun."
“It’s the economy,
stupid” (”Es ist die Wirtschaft, Dummy!”) war
1992 der Wahlkampfslogan Bill Clintons, mit dem
er Anfang der 90er Jahre den glücklosen
Präsidenten George Bush aus dem Amt jagte. Mit
dem Spruch lag er genau richtig: Ob die
Wirtschaft gut läuft, entscheidet in den USA
über Erfolg oder Scheitern eines Präsidenten.
Aber dass sie gut läuft, liegt auch in seiner
Hand. US-Präsidenten haben einen großen Einfluss
darauf, wie stark die Wirtschaft wächst – und
darauf, wer die Früchte des Wachstums erntet.
Der
amerikanische Politologe Larry
Bartels weist in seinem Buch
“Unequal
Democracy” nach, dass gerade
die Einkommensverteilung ganz
wesentlich von der Politik
bestimmt wird. Demnach ist die
Parteizugehörigkeit des Mannes
im Weißen Haus wichtiger für die
Entstehung von Ungleichheit als
Globalisierung oder technischer
Wandel – also die Faktoren, mit
denen Ökonomen normalerweise das
zunehmende Auseinanderklaffen
der Einkommen erklären.
Bartels zeigt zu Anfang seines Buches, dass der
Abstand zwischen Arm und Reich in den USA
besonders in den letzten dreißig Jahren krass
angestiegen ist. Wie auch Dieter Wermuth hier im
Blog neulich geschrieben hatte, hat die
Einkommensungleichheit in den USA mittlerweile
Ausmaße wie in der Dritten Welt angenommen. Nach
einem Vergleich der Entwicklung der
Einkommensverteilung unter republikanischen und
demokratischen Präsidenten seit 1945 findet
Bartels die dafür Schuldigen: Die
republikanischen Präsidenten. Unter ihnen ist
der Unterschied zwischen den unteren und
mittleren Einkommen und den sehr hohen Einkommen
stets gestiegen. Unter demokratischen
Präsidenten sind die Einkommensunterschiede
gleich geblieben oder sogar gefallen.
Keine Warnung für
Zivilisten: Oberst Klein, der den Luftangriff
auf entführte Tanklaster angeordnet hat, soll
schwere Fehler begangen haben.
Bei dem tödlichen Luftangriff auf zwei
Tanklastwagen in Afghanistan hat der deutsche
Isaf-Offizier Georg Klein nach einem
Spiegel-Bericht offenbar schwere Fehler
begangen.
So hab der Oberst es anscheinend abgelehnt, die
Menschenansammlung bei den entführten
Tanklastwagen vor einem unmittelbar
bevorstehenden Luftschlag zu warnen, berichtet
das Magazin.
Attac fordert: die
Verursacher der Krise müssen bezahlen
Pressemitteilung
- Attac Deutschland, Frankfurt, den 18.09.2009
Scharf kritisiert
das globalisierungskritische Netzwerk Attac die Ergebnisse des gestrigen EU-Gipfels zur
Vorbereitung des G 20 Treffens in Pittsburgh:
"Die europäischen Staats- und Regierungschefs
wollen offenbar die Verursacher der Krise nicht
zur Finanzierung der
Kosten heranziehen. Sie haben keinen
einzigen Vorschlag für Pittsburgh, der in diese
Richtung geht. Damit bleiben die Kosten der
Krise bei den Steuerzahlern und den Schwächsten
der Gesellschaft. Die Erhöhung von Massensteuern
und Kürzungen im Sozial- und Bildungsbereich
rücken immer näher" so Detlev v. Larcher, Mitglied im bundesweiten
Koordinierungskreis von Attac.
"Der einzige Vorschlag, die Zocker an den Kosten
der Krise wenigstens zu beteiligen und die
Dimensionen, in denen im globalen Casino
hantiert wird, zu reduzieren war der Vorschlag
einer Finanztransaktionsteuer. Dass dieser schon
nach einer Woche wieder aus dem Verkehr gezogen
wird, macht deutlich, dass die Politik weiterhin
vor Banken und Bossen einknickt. Der Vorstoß war
eine reine Wahlkampfblase", so Jutta Sundermann
vom Attac Koordinierungskreis.
Attac besteht darauf, dass diejenigen für die
Kosten der Krise aufkommen, die in den
vergangenen Jahren auf den Finanzmärkten hohe
Profite gemacht haben. Dazu brauche es die
Finanztransaktionsteuer, eine einmalige
Vermögensabgabe für Reiche und Superreiche, eine
wirksame Vermögen- und Erbschaftsteuer sowie die
Erhöhung des Spitzensteuersatzes bei der
Einkommensteuer auf 53%.
Die EU-Staats und Regierungschefs gingen mit
schwachen und schwammigen Kompromissen nach
Pittsburgh. Weder beim Thema Managervergütung
noch, was viel wichtiger wäre, bei der Kontrolle
der Banken und Finanzmärkte gebe es konsequente
Forderungen. Es sei eine weltweite
Finanzmarktaufsicht nötig, die über die
Zulassung von Derivaten entscheide, ebenso eine
strenge Regulierung der Fonds und eine
Zerschlagung der Großbanken, so dass keine Bank
mehr im Zusammenbruch die ganze Wirtschaft mit
sich reißen könne.
"Wer sich von Pittsburgh den längst fälligen
Richtungswechsel in der Finanz- und
Wirtschaftspolitik erhofft, wird bitter
enttäuscht werden" sagte Jutta Sundermann, die
am morgigen Samstag nach Pittsburgh reist, um
vor Ort den Gipfel zu verfolgen und die Proteste
zu unterstützen.
NÜRNBERG - Ein
vorläufiger Bericht zur Entgleisung eines
Güterzugs am 7. August in Nürnberg-Schweinau ist
für die Bahn wenig schmeichelhaft: Die Ursache
könnten mangelhafte Wartungsarbeiten am Gleis
gewesen sein.
Den Anwohnern und Schrebergartenbesitzern in der
Nürnberger Zedernstraße bot sich am 7.August ein
verheerendes Bild. Mit ohrenbetäubendem Lärm
entgleiste auf der Bahnstrecke vor ihren Türen
gegen 15 Uhr ein 300 Meter langer Güterzug. 14
Wagen sprangen aus den Schienen, einer rammte um
ein Haar ein angrenzendes Häuschen.
Seit zwei Tagen liegt dem
Bundesverkehrsministerium nun ein vorläufiger
«Sachstandsbericht« vor. Demnach «wurde
festgestellt, dass mangelhaft verspannte
Kleineisen zur Entgleisung beigetragen haben
können«. Das Fachdeutsch erklärt eine
Behördensprecherin so: Die Gleise werden mit
verschraubten Klammern auf den Schwellen
gehalten. Unter den Rädern des Güterzugs hielten
aber die wohl bereits gelockerten Schrauben dem
Druck der Waggons in Kurvenlage nicht mehr
stand, der linke Schienenstrang wurde nach außen
weggedrückt, der Zug entgleiste.
Bundesumweltminister
Sigmar Gabriel steht in der Kritik. Er soll
einen Großteil der Arbeit in seinem Haus von
externen Experten erledigen lassen.
Marie-Luise Dött, umweltpolitische Sprecherin
der CDU/CSU-Bundesfraktion, ist empört.
Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) "habe
Mitarbeiter einseitig aus einem Institut in das
Ministerium gelotst und diesem Institut
finanziell gut dotierte Aufträge zugeschanzt".
Dött meint: "Jetzt ist das Maß voll." Und
CDU-Generalsekretär Roland Pofalla sagt: "Vor
lauter Wahlkampf vernachlässigt Gabriel sein
Ministerium." Doch der Vorwurf, bloß
Wahlkampfgetöse zu veranstalten, fällt auf
Pofalla und Dött zurück.
Magna zückt die
Motorsäge und kappt bei Opel europaweit 10.000
Stellen, allein in Deutschland fallen 4500 Jobs
weg. Der Betriebsrat müsste schäumen, doch Chef
Franz verteidigt den Plan.
Eine Restrukturierung bedeute Arbeitsplatzabbau,
"dem müssen wir ins Gesicht schauen", sagte
Franz. Niemandem sei geholfen, "wenn wir nicht
wettbewerbsfähig aufgestellt sind und 30 Prozent
Überkapazitäten" haben, so Franz weiter.
Ansonsten drohe Opel in ein bis zwei Jahren die
Insolvenz.
(...)
Jetzt ist die Katze aus dem Sack. Am
Sonntagabend hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel
im Fernsehduell noch von der
"Brückentechnologie" Atomkraft gesprochen. Nun
platzt ein brisantes Energiekonzept aus dem
Ressort ihrer CDU-Kollegin Annette Schavan in
die politische Debatte.
Das 61-seitige Papier, das der taz vorliegt,
haben 100 Wissenschaftler im Auftrag des
Bundesforschungsministeriums verfasst. Darin
heißt es, dass sich Deutschland "in der Zukunft
wieder an der Entwicklung und dem Bau von neuen
Kernkraftwerken beteiligen" könnte, "um einen
erheblichen Teil des Energiebedarfs mit
Kernenergie zu decken". Allerdings sei zu
erwarten, dass ein solcher "Wiedereinstieg nicht
ohne größere gesellschaftliche Konflikte
vonstatten gehen würde". Deswegen sei
"historische und soziologische Forschung" nötig,
um "daraus Schlüsse für die zu erwartenden
gesellschaftlichen Reaktionen ziehen zu können".
Man müsse Ansätze finden, um "mit diesen
Widerständen konstruktiv umzugehen".
(Schavans
AKW-Studie online)
Es gibt
Hinweise auf weitere Wartungsmängel bei der
S-Bahn / Fristen nicht eingehalten
Erst waren es bruchgefährdete Achsen und Räder,
inzwischen geht es um schlecht gewartete
Bremszylinder. Doch Fachleute befürchten, dass
bei der S-Bahn noch andere Fahrzeugmängel
behoben werden müssen. "Wir können nicht
ausschließen, dass in Zukunft weitere
Anordnungen erforderlich werden", sagte Ralph
Fischer, Sprecher des Eisenbahn-Bundesamts (EBA),
am Dienstag auf Anfrage. Nach Informationen der
Berliner Zeitung sind jetzt auch die älteren
Fahrzeug-Baureihen 480 und 485, die bisher nicht
im Zentrum der Aufmerksamkeit gestanden hatten,
ins Visier geraten.
Dieses Mal ging es
schnell: Wenige Stunden, nachdem Polizisten zwei
Demonstranten am Samstag in Berlin stark
verletzt hatten, wurden die Männer aus ihrer
Einheit genommen und versetzt. Gegen sie laufen
nun Ermittlungen "auf Hochtouren", wie ein
Polizeisprecher in Berlin betonte. Der Druck auf
die ermittelnden Kollegen ist stark. Ein Video,
auf dem der Übergriff und die Gesichter der
Beamten deutlich zu sehen sind, breitet sich
rasend schnell im Internet aus. Auch der
Bundestagsabgeordnete Hans-Christian Ströbele
(Grüne), der bei der Demo mitlief, sammelt
Beweise.
Einen Zeugen fand er in seinem Umfeld: Ein
Mitarbeiter der Grünen-Bundestagsfraktion habe
das Geschehen aus einem Café beobachtet. "Als er
dann dort hineilte", sagte Ströbele der FR, "ist
er selber zu Boden gestoßen worden." Er werde
sich die Ermittlungsergebnisse der Polizei genau
ansehen und gegebenenfalls entsprechende Beweise
vorlegen. "Wir haben da immer wieder schlechte
Erfahrungen gemacht."
Der Verkauf des
Autobauers ist noch nicht über die Bühne, da
kracht es schon gewaltig. Magna gibt offiziell
bekannt, 10.500 Stellen zu streichen. Chef Wolf
sagt: "Magna lügt nicht." Und Berlin und Brüssel
streiten über die Milliardenbeihilfen.
Die künftige Opel-Mutter Magna wird in
Deutschland mehr als 4000 Stellen streichen.
"Wir haben immer von 10.500 Stellen in Europa
gesprochen, davon sind stark (mindestens) 4000
Stellen in Deutschland betroffen", sagte
Konzernchef Siegfried Wolf am Montag in
Frankfurt. Diese Zahlen seien allerdings seit
Ende Mai bekannt. Im Zuge der Übernahme solle
nur ein Werk geschlossen werden, nämlich der
Standort im belgischen Antwerpen.
Interne
Bundesbank-Dokumente belegen: Die Immobilienbank
HRE hat weit mehr faule Kredite und Wertpapiere
in ihren Büchern als bekannt. Das könnte die
Rettung verteuern.
Der Staat
sanierte die Pleitebank HRE – und deren
Kreditgeber. Der Bürger zahlt, doch für wen, das
soll er nicht wissen. Die Gläubigerliste birgt
so manche Überraschung.
Japans Bauern und ihre Genossenschaften sind
noch mal davongekommen. Zweieinhalb Milliarden
Euro hatte die Norinchukin Bank, das
Zentralinstitut der japanischen
Genossenschaftsbanken, bei der Depfa im irischen
Dublin geparkt, als diese im September 2008
ihren Mutterkonzern, die Hypo Real Estate (HRE),
an den Rand der Pleite gewirtschaftet hatte.
Wäre es dazu gekommen, wäre ein großer Teil der
Milliardeneinlage gewiss verloren gewesen.
Das gleiche Problem hatte die italienische
Großbank Unicredit. Auch deren Tochter
Hypo-Vereinsbank hatte der HRE, die sie einst
per Abspaltung ins Leben gerufen hatte, mehr als
zwei Milliarden Euro geliehen, ohne jede
Sicherheit. Und genauso war es bei der Deutschen
Bank, dem Versicherungskonzern HUK Coburg, der
Allianz AG und Hunderten weiterer Gläubiger der
HRE im In- und Ausland.
Nach der Zustimmung
des Verwaltungsrats von General Motors (GM) zum
Verkauf seiner deutschen Tochter Opel an Magna
stehen die Vernichtung Tausender Arbeitsplätze
und drastische Einkommenskürzungen auf der
Tagesordnung. Bereits in der kommenden Woche
sollen die Gespräche hierzu beginnen. Die
Gewerkschaft erwartet harte Verhandlungen. »Es
wird Krach geben, weil es um viel Geld geht«,
erklärte der Frankfurter IG-Metall-Bezirksleiter
Armin Schild am Freitag gegenüber der
Nachrichtenagentur AP.
Die bisherigen Erfahrungen der Gewerkschaft mit
dem kanadisch-österreichischen Zulieferer sind
nicht nur positiv. »Da, wo wir mit Magna zu tun
haben, ist es ein konfliktreiches Geschäft«,
berichtete Schild. Der Vorsitzende des
Gesamtbetriebsrats (GBR), Klaus Franz, sprach
von einer »großen Herausforderung«....
Mehrere Tausend
Menschen haben am Samstag in Berlin gegen die
Vorratsspeicherung von Daten ohne konkreten
Verdacht demonstriert - und mittendrin: die
Piratenpartei. Sie liegt derzeit in den Umfragen
bereits bei drei Prozent. Besichtigung eines
Phänomens.
Langsam und behäbig wie ein Frachter, gleitet
die alte, analoge Welt dahin. Das erleben die
Mitglieder der Piratenpartei derzeit immer, wenn
sie einen neuen Flyer entwerfen. "Auf einen
haben wir was von 5000 Mitgliedern geschrieben",
sagt Jana Wisnioska. "Aber als der gedruckt und
ausgeliefert war, waren wir schon fast 6000."
Die von der
Bundesregierung in die Opel-Treuhand entsandten
unabhängigen Fachleute bezweifeln die
Tragfähigkeit des Magna-Übernahmekonzeptes für
Opel. Deshalb haben sie am Donnerstagnachmittag
in Berlin nicht für den Verkauf gestimmt. Die
drohende Pattsituation im Beirat mit vier
stimmberechtigten Mitgliedern wurde nur
aufgelöst, weil einer der beiden deutschen
Vertreter sich der Stimme enthielt. Das reichte
für einen Mehrheitsbeschluss mit den beiden
Ja-Stimmen der GM-Vertreter.
Beiratsmitglied Manfred Wennemer, früher
Vorstandsvorsitzender des Reifenherstellers
Continental, sagte anschießend, wenn der
Geschäftsplan der neuen Gesellschaft erfüllt
werde, müsse sie 2011 Insolvenz anmelden. Davor
könnte sie nur eine Änderung des
Insolvenzrechtes schützen. Opel sei auch mit
neuen Eigentümer zu klein, produziere an
falschen Standorten und mit zu hohen Kosten.
Hinzu komme: „Das gesamte Risiko liegt auf den
Schultern der Steuerzahler.“
Autokonzern fordert
im Hauptstadtwerk Zugeständnisse der Belegschaft
im Gegenzug für Produktzusagen
"Daimler will die Angst der Beschäftigten um
ihre Arbeitsplätze erneut nutzen, um ihnen
Zugeständnisse abzupressen. Nachdem bereits vor
wenigen Wochen ein konzernweites Kürzungspaket
im Umfang von zwei Milliarden Euro beschlossen
wurde, werden jetzt einzelne Belegschaften bei
der Produktvergabe unter Druck gesetzt. Aktuell
ist dies im Berliner Motorenwerk der Fall. Drei
neue Komponenten sollen hier künftig gefertigt
werden - wenn sich die Belegschaft auf
Verschlechterungen bei Arbeitszeiten und
-bedingungen einläßt." Artikel von Karl Neumann
in junge Welt vom 09.09.2009
Der Konflikt um den
befürchteten Kahlschlag bei der
Güterverkehrssparte der Deutschen Bahn (DB), DB
Schenker Rail, wird heute den Aufsichtsrat
beschäftigten. Die Arbeitnehmervertreter
erwarten dabei Klarheit über Meldungen, wonach
der Vorstand unter dem neuen Vorsitzenden
Rüdiger Grube eine Schließung von
Güterverkehrsstellen und den Abbau von bis zu
7000 Stellen plant.
Im Vorfeld der Sitzung kritisierten die
Gewerkschaften im DB-Aufsichtsrat die Manager
heftig: Transnet-Sprecher Michael Klein
bescheinigt dem Bahnvorstand eine
»eingeschränkte Kreativität«.
GDBA-Vorstandsmitglied Gerfried Scholtz forderte
»neue Denkansätze«. Arbeitsplatzabbau und
Kahlschlag seien keine Lösung: »Für den
Vorschlag, Mitarbeiter zu entlassen, um Geld zu
sparen, brauchen wir keine hoch bezahlten
Manager«, so Scholtz.
Reichlich Zuschlag
für die Linkspartei - im stern-RTL-Wahltrend
liegt sie nun bei 14 Prozent, Union und FDP
sinken unter 50 Prozent. Dennoch mögen die
Bürger keine rot-roten Bündnisse.
Nach ihren Erfolgen bei den Landtagswahlen im
Saarland und in Thüringen und dem tödlichen
Bombenangriff in Afghanistan legt die
Linkspartei bundesweit in der Wählergunst zu. Im
stern-RTL-Wahltrend steigt sie im Vergleich zur
Vorwoche um 4 Punkte auf 14 Prozent. Für die
Linke, die am vehementesten einen Abzug der
deutschen Truppen aus Afghanistan fordert, ist
es ihr bester Wert in diesem Jahr.
Nur sichten, nicht
vor Gericht verwerten: Diese Einschränkung des
Innenministers im Umgang mit Geheimdienstakten
zum Mordfall Buback will die Bundesanwaltschaft
so nicht hinnehmen. Dabei erhält sie
Unterstützung.
Die Bundesanwaltschaft hat nachdrücklich die
komplette Freigabe der gesperrten
Geheimdienstakten zum Mordfall Siegfried Buback
gefordert. Mit der von Bundesinnenminister
Schäuble gewährten Akteneinsicht alleine sei man
keinen Schritt weiter, sagte Bundesanwalt
Griesbaum am Mittwoch im Deutschlandfunk.
Wichtig sei, die Akten in gerichtsverwertbarer
Form zu bekommen.
Franz Josef
Jung ist dem Afghanistan-Einsatz nicht
gewachsen. Wie die ganze deutsche Politik?
Betrübt, fast traurig wirkt Franz Josef Jung in
diesen Tagen. Als wolle er sich lieber
zurückziehen, verstecken vor den drängenden
Fragen, die zu beantworten ihm so offenkundig
schwerfällt. Aber natürlich kennt er seine
Pflichten. Also gibt er Auskunft, sucht nach
Begründungen. Doch unter der Last der
Verantwortung und dem Druck der Vorwürfe wirkt
er dabei, als stehe er neben sich, als frage er
sich andauernd, wie er bloß in diese Situation
geraten konnte, ins Amt des deutschen
Verteidigungsministers.
Jungs Unbehagen an seiner Rolle hat eine neue
Dimension erreicht, seit die Bundeswehr in der
Nacht des vergangenen Freitag bei Kundus in
Afghanistan zwei von Taliban gekaperte
Tanklastzüge bombardieren ließ. »Stellen Sie
sich vor, was mit so zwei Tankwagen angerichtet
werden kann!« Das ist der Satz, mit dem der
Verteidigungsminister den Angriff vor dem
Bundestag zu erklären versucht...
Kaum ein Land hat so sehr unter dem
Finanzcrash gelitten wie Deutschland. Auf dem
Höhepunkt der Krise brach die Konjunktur um 6,9
Prozent ein - in Europa schrumpfte die
Wirtschaft nur in Ungarn noch stärker. Länder
wie Polen konnten laut einer Studie sogar
kräftige Zuwachsraten verzeichnen.
Berlin - Die weltweite Finanzkrise hat
Deutschland und Ungarn besonders hart getroffen.
In keinem anderen europäischen Land schrumpfte
die Wirtschaft stärker. Dies berichtet die
"Welt" unter Berufung auf eine Studie der
Deka-Bank
Die Zukunft unserer
Gesellschaft und Wirtschaft ist abhängig von der
Rolle des Staates. Auch wenn der Staat in den
letzten 25 Jahren erheblich an Ressourcen
verloren hat, sind nicht nur das neoliberale
Parteienkartell oder die Wirtschaft, sondern
auch viele Durchschnittsbürger von der
Überzeugung infiziert, dass die öffentlichen
Ausgaben immer noch zu hoch seien.
These 1: Die Bundesrepublik braucht eine höhere
Staatsquote, um gegenwärtige und zukünftige
Probleme erfolgreich zu bewältigen
Es ist nicht verwunderlich, dass
Steuersenkungsversprechen besonders vor Wahlen
außerordentliches Gehör finden. In diesem
Kontext spricht der Würzburger
Volkswirtschaftler Peter Bofinger vom Jahrzehnt
der Entstaatlichung. Bofinger warnt
ausdrücklich: „Wer unter diesen Umständen dem
Staat noch mehr Mittel entzieht, versündigt sich
an den Entwicklungschancen unserer Kinder und
Jugendlichen“.
Wenn neoliberale Politiker oder
Wirtschaftsvertreter von zu hohen Steuern reden,
meinen sie gleichzeitig damit die zu hohe
Staatsquote. Was ist eigentlich die Staatsquote?
Die Staatsquote ist eine
wirtschaftswissenschaftliche Kennzahl. Sie zeigt
den Anteil der staatlich bedingten
wirtschaftlichen Aktivitäten an der
Gesamtleistung einer Volkswirtschaft. Die
Staatsquote definiert die Relation der
Haushaltsaufgaben von Bund, Länder und Kommunen
sowie der Sozialsysteme zu den Waren und
Dienstleistungen, die in einem Jahr in den
Landesgrenzen einer Volkswirtschaft produziert
werden. Das addierte Volumen der Waren und
Dienstleistungen wird als Bruttoinlandsprodukt
bezeichnet.
Gefunden am
04.09.2009. von
Hans-Dieter Hey,
http://www.nrhz.de,
vom 26.11.2008
„Nicht nur die
Zahlen sind wichtig, sondern die beabsichtigte
Wirkung und der Mechanismus“ meinte Prof. Dr.
Gerd Bosbach, Spezialist für
Statistikmissbrauch. Am 25. November machte er
in der VHS Köln an Beispielen deutlich, wie die
Bürgerinnen und Bürger durch Statistik oft
bewusst verschaukelt werden. Kein Wunder:
Dahinter stehen konkrete Interessen.
Im Vatikan lebt sich’s gefährlich
„Was ist die gefährlichste Stadt?“, beginnt
Bosbach seinen Vortrag. Es sei nicht New York
oder Rio, sondern der Vatikanstaat. Und warum?
Weil es dort viele Besucher gibt und
entsprechend viel geklaut wird. Der
Vatikan-Staat hat bei vergleichsweise geringer
Bevölkerung deshalb die meisten Zivil- und
Strafverfahren pro Einwohner. Das Beispiel mit
dem Vatikanstaat ist lustig, dieses Prinzip auf
Deutschland bezogen wiederum nicht. Die in und
durch Deutschland reisenden Ausländer, die
Straftaten begehen, würden auch bei uns in die
Ausländerkriminalität eingerechnet, um sie dann
aber auf die Wohnbevölkerung umzurechnen.
Dadurch entstünde das falsche Bild von hoher
Ausländerkriminalität. Und jeder weiß, dass sich
manche Politiker dies zu Nutze machen und damit
vor allem der rechten Gesinnung eine
Steilvorlage für Hetzkampagnen bieten.
Auf ihrer Tour von
Gorleben nach Berlin sind die Atomkraftgegner
auf Sympathisanten und aggressive Polizisten
getroffen. Nach einer Woche Fahrt kommen die
Traktoren am Sonnabend an.
"Guck mal, Mama." Der kleine Junge kann sich gar
nicht sattsehen an den mit Transparenten
geschmückten Schleppern und Anhängern. Vor einem
Wagen bleibt der Knirps etwas ratlos stehen. Auf
der Ladefläche staksen Schweine in Anzügen durch
einen Haufen Atommüllfässer. "Der Trog bleibt.
Nur die Schweine wechseln" steht auf einem
Transparent.
Die Landtagswahlen
in Sachsen, Thüringen und dem Saarland haben den
kontinuierlichen Niedergang der Volksparteien
bestätigt. Am stärksten betroffen ist die SPD,
die zwischen Linken und der CDU zerrieben zu
werden droht. Die Kleinen spüren dagegen
Aufwind.
Einen Tag nach den Landtagswahlen in Sachsen,
Thüringen und dem Saarland ist am Montag die
Debatte um Interpretationen und Koalitionen voll
in Gang gekommen. Nichts zu rütteln gibt es an
der Tatsache, dass die beiden Volksparteien, die
Christlichdemokraten und die Sozialdemokraten,
keine gute Figur gemacht haben und dass die
Linkspartei inzwischen auch in einem westlichen
Bundesland als wählbar betrachtet wird. Von den
Einbussen der «Grossen» profitierten
zwangsläufig die sogenannten Kleinen, also nebst
den Linken die Liberalen und die Grünen.
Ausgeprägter noch als bisher ist Deutschland
damit zu einer Fünf-Parteien-Demokratie
geworden, und es steht zu erwarten, dass sich
dieser Trend bei der Bundestagswahl bestätigen
wird.
Der Gaspreis hängt
am Ölpreis. Und der ist durch die
Wirtschaftskrise deutlich gefallen. Doch das
geben die Unternehmen nur zum Teil an ihre
Kunden weiter.
Die deutschen Energieunternehmen nehmen einer
aktuellen Studie zufolge ihren Kunden noch immer
zu viel Geld für ihre Gaslieferungen ab. Mit
Blick auf den Ölpreis, der auch Maßstab für die
Berechnung der Gastarife ist, müssten die
Gasversorger zu Beginn der diesjährigen
Heizperiode ihre Preise um rund 27 Prozent im
Vergleich zum Vorjahr senken. Tatsächlich werden
sie ihren Kunden aber im Schnitt nur 20 Prozent
weniger berechnen, hat der Kölner Energieexperte
Gunnar Harms im Auftrag der Bundestagsfraktion
der Grünen herausgefunden. Das bedeute für jeden
Haushalt im Schnitt ungerechtfertigte Mehrkosten
in Höhe von 80 bis 90 Euro pro Jahr und für die
Unternehmen Mehreinnahmen in Höhe von rund einer
Milliarde Euro.
Bis Juni diesen
Jahres haben sich in den privatisierten
Universitätskliniken Gießen und Marburg 250.000
Überstunden angehäuft. "Wir halten das für einen
Spitzenwert", kritisiert
Gesamtbetriebsratsvorsitzender Dirk Gehrke.
Besonders viel Mehrarbeit gab es am Standort
Gießen sowie bei den Ärzten und den
Pflegekräften, die jeweils 94.000 Überstunden
ableisteten. "Das Personal ist psychisch und
physisch am Ende", sagt die Marburger
Betriebsratsvorsitzende Bettina Böttcher. Um die
Überstundenzahl abzubauen, müssten mehr als 100
neue Mitarbeiter eingestellt werden.
Dagegen spricht Rhön-Geschäftsführer Peter Mein
von "Mehrarbeitsstunden", die größtenteils noch
als Freizeit abgebummelt werden. Die hohe Zahl
sei im Lauf der vergangenen Jahre entstanden:
"Wir haben keinen signifikanten Anstieg." Zudem
seien am Standort Marburg bereits 40 neue
Pflegekräfte eingestellt worden.
Bremerhaven. Die Wut ist groß, der
Kampfgeist auch. „Wir werden nicht durch die
Krise kommen, wenn wir nicht kämpfen“, sagte ein
Arbeiter des Gesamthafenbetriebsvereins (GHB)
während der Demonstration am Sonnabend. Beim GHB
verlieren 1000 Arbeiter ihre Jobs wegen des
Umschlageinbruchs im Hafen.
Das Komitee „Wir sind der GHB“ hatte die
Demonstration organisiert. Der Stachel der
Enttäuschung sitzt tief. „Danke Verdi für nix“
steht auf einem Transparent. „Nix hören, nix
sehen, nix sagen“ prangt auf den T-Shirts der
Demonstrierenden. Doch die Gewerkschaft ist für
sie nur einer der Schuldigen. „Die Vorwürfe
gegen den Betriebsratsvorsitzenden Peter Frohn
sind ja nicht neu“, sagt Andreas Hoeborn vom
Komitee. Der Funktionär soll angeblich jahrelang
von Kollegen, denen er zu einem Job oder einer
Weiterbildung verholfen hat, Geld kassiert
haben.
Georg Restle: "Von den
Gewinnern der Gesundheits-reform zu den Gewinnern der
Wirtschaftskrise. Die Konjunk-turdaten, die heute
veröffentlicht wurden, nähren bei manchen ja schon
wieder leise Zukunftshoffnungen. Vor allem zwei deutsche
Großunter-nehmen haben zurzeit aber so richtig Grund zur
Freude: Die Deutsche Bank und die Allianz machen schon
wieder Milliardengewinne, so, als ob es nie eine Krise
gegeben hätte. Dabei sind es ja gerade auch diese beiden
Unternehmen, die von den Steuermilliarden für die
Pleitebank HRE erheblich profitiert haben. Kim Otto.
Markus Schmitt und Katja Garmasch zeigen Ihnen, wie aus
den Mitverursachern der Krise ihre größten Profiteure
wurden. Und wer in einer der langen Nächte der
Entscheidungen eigentlich das Sagen hatte."
Befreiung von der
Rundfunk-gebührenpflicht - Bezieher von
Arbeitslosengeld II
erleichtert
"Ab Juli 2009 wird die
Bundesagentur für Arbeit (BA) mit jedem Arbeitslosengeld
II (ALG II) Bewilligungsbescheid automatisch eine
Bescheinigung zur Vorlage bei der GEZ übersenden."
Presse Info vom 17.06.2009