In Brot und Müsli
ist Gentechnik-Leinsaat aus Kanada gefunden
worden. Die deutsche Bevölkerung sei "zum
Versuchskaninchen geworden", sagt Greenpeace.
STUTTGART ap | Das
baden-württembergische Ministerium für
Verbraucherschutz hat gentechnisch veränderten
Leinsamen gefunden. Da es in der Europäischen
Union hierfür keine Zulassung gebe, dürfe dieser
auch nicht verkauft werden. Es scheine sich um
ein bundesweites Problem zu handeln, sagte
Verbraucherschutzminister Peter Hauk am
Donnerstag in Stuttgart.
Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner fordert eine
Änderung des europäischen Biopatentrechts.
Landwirtschaftliche Züchter dürften nicht durch
patentgestützte Verbietungsrechte und Lizenzgebühren
unnötig behindert werden, so die Ministerin nach einem
Treffen mit Verbändevertretern am Mittwoch.
Die
derzeitige Biopatentrichtlinie bietet einen derartigen
Schutz jedoch nicht. Die hessische Landesregierung hat
deshalb im März einen Antrag in den Bundesrat
eingebracht, der eine Änderung des Rechts vorsieht. Er
steht morgen zur Abstimmung und wird derzeit von der
niedersächsischen Landesregierung blockiert. Anders als
Aigner fordert der Bund ökologischer
Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) auch ein Verbot von
Patenten auf gentechnisch veränderte Pflanzen sowie
konkrete Änderungsvorschläge für das Patentrecht. Die
Initiative "Kein Patent auf Leben" ruft zu einer
Mitmachaktion auf, bei der aktive Bürgerinnen und Bürger
ihren Ministerpräsidenten aufrufen können, den Vorstoß
aus Hessen zu unterstützen.
Ein
ahnungsloser Landwirt habe Spuren von in Deutschland
nicht zugelassenen Maissorten auf insgesamt vier Hektar
ausgesät, teilte das hessische
Landwirtschaftsministerium am Montag in Wiesbaden mit.
Das Saatgut stammt offensichtlich aus den Beständen des
US-Herstellers Pioneer und enthält Spuren von insgesamt
vier Gentechnik-Maissorten (MON 810, T 25, MON 88017 und
NK 603), von denen keine in Deutschland eine Zulassung
besitz. Bereits in der vergangenen Woche war in
Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz Mais ausgesät
worden, der Spuren des NK 603 enthielt. Wie das aus
Kanada stammende Saatgut zur Aussaat kommen konnte, ist
noch unklar. Allerdings kritisierten Umweltverbände
schon seit längerer Zeit die Praxis, gentechnisch
veränderten Mais auch für Biogasanlagen zu verwenden.
Betrifft:
Die Gen-Verschwörung
- eine Spurensuche
von Manfred Ladwig
Es sollte wohl eine Dokumentation werden, in der mit
ideologischen Ängsten vor moderner Technik aufgeräumt
wird, und Fakten unvoreingenommen dargestellt werden.
Dabei zeigte sich allerdings ein erschreckendes Bild:
Die
Sicherheitstests für Gen-Produkte sind laut
unabhängigen Experten wie Gilles-Eric Seralini, Judy
Carmen und Makiko Irisawa wissenschaftlich fragwürdig.
Trotz
mangelnder Test zeigen sich Gefahren wie Leber- und
Nierenschäden bei Ratten; mit Gen-Futter ernährte
Kühe sterben.
Aufsichtsbehörden wie die amerikanische FDA und die
europäische FSA werden von Leuten geleitet, die ganz
offiziell Geld aus der Gen-Industrie beziehen. Die
mangelnde Aufsicht bestätigen angesehene Polikiker wie
Dennis Kucinich und Renate Künast.
In
Argentinien zeigt sich, dass Gen-Saat keineswegs den
Pestizidbedarf senkt. Lediglich werden Bauern von
teurem patentierten Saatgut und möglicherweise
gesundheitsschädlichen Pestiziden abhängig.
Ist
Gentechnik sicher?
Monsanto
Landwirt
Christoph Zimmer traut seinen Augen nicht. In drei
unauffälligen Aktenordnern schlummert brisantes Material
- ein Patentantrag auf Schweine. Genforscher des großen
amerikanischen Biotechnologie-Konzerns Monsanto haben
bestimmte Abschnitte des schweinischen Erbgutes
entschlüsselt und beschrieben. Diese wollen sie nun
weltweit als Patent anmelden. Im Falle einer Erteilung
wäre Schweinezucht nur noch mit der Genehmigung des
Konzerns möglich. Das alarmiert die deutschen Züchter.
Christoph Zimmer befürchtet, dass auch bei seinen Sauen
und Ferkeln diese Gene längst vorhanden sind. die Story
folgt ihm auf seinem Weg durch deutsche Schweineställe.
Mit DNA-Tests will er beweisen, dass in den
Patentanträgen keine Erfindungen stehen, sondern dass
hier ein Teil Natur, nämlich das ganz normale Schwein,
in die Hände einer einzigen Firma fallen soll. Die
Konsequenz für die Bauern: Würde das Patent genehmigt,
müssten sie für jedes Schwein, dass diese Genmarker
trägt, Geld an Monsanto überweisen. Bei Futtermitteln,
wie z. B.. dem Genmais, ist das längst der Fall. Aber es
ist nicht nur die Frage des Geldes, der die Story
nachgeht,
sondern auch die Frage, welche Risiken diese
Nahrungsmittel für den Verbraucher haben. In Amerika
gibt es bereits Fälle von Unfruchtbarkeit bei Tieren,
die mit dem entsprechenden Genmais gefüttert wurden. Was
geschieht mit dem Menschen,
(...) Die
Prognose von deutschen Genforschern lautet: Kleine
Züchter werden wohl bald aufgeben müssen, weil weltweit
nur noch ein paar große Konsortien im Wettstreit um ein
marktgerechtes Schwein erfolgreich sein werden. Sehen
Sie am Montag, 10. Dezember 2007, von 20.15 Uhr an einen
Film von Christian Jentzsch zum Thema.
Arme Sau - Das
Geschäft mit dem Erbgut
Abschlussrede des G8-Alternativgipfels am 7. Juni 2007
von
Vandana Shiva
Kurz bevor ich hierher kam,
reiste ich durch Teile Indiens. Wir hatten reiche Böden,
als die Baumwoll-Kultivierung begann und Baumwolle der
Welt zum Geschenk gemacht wurde, aber heute begehen die
Bauern zu Tausenden Selbstmord.
Ich war
dort, um Saatgut zu vertreiben, denn als ich letztes
Jahr in die Gegend reiste, wurde klar, dass einer der
Gründe für die Verzweiflung der Bauern ist, dass
Monsanto dafür gesorgt hat, dass sie keine Samen mehr
übrig haben und die Bauern jedes Jahr wieder Saatgut der
Marke GNBT zu hohen Kosten kaufen müssen. Natürlich
glauben die Bauern, dass sie die Wahl haben, weil sie 20
verschiedene Markennamen bekommen; sie haben keine
Ahnung, dass jede dieser 20 Firmen von Monsanto
lizensiert ist. 95 Prozent der gentechnisch veränderten
Saaten, die heute in der Welt verkauft werden, stammen
von Monsanto.
Wurde
nicht über eine Erhöhung der Entwicklungshilfen von 0,7
Prozent [des Bruttoinlandsproduktes, d. Übers.]
gesprochen? Die aktuellen Hilfszahlungen betragen 15
Billionen. Allein durch ein Saatgutmonopol erwarten die
Unternehmen Profite von einer Billion Dollar im Jahr,
wenn jeder Bauer dazu gezwungen werden könnte, Saatgut
zu kaufen - jedes Jahr für jede Saison. Dies kommt
zusammen mit dem Freihandel der WTO, der Dumpingpreise
bewirkt (die Baumwollpreise kollabierten auf ein Drittel
dessen, was sie vor der Dekade betrugen auf Grund von
US-Subventionen). Das tötet die westafrikanischen
Bauern, es tötet die indischen Bauern, und es macht
natürlich Kleidung sehr billig. Das ist die Art von
Druck, durch den eine große Zahl von Menschen getötet
wird: um den globalen Supermarkt am Laufen zu halten.
Und ich
denke, die Situation der Bauern von Indien, die über
Nacht in solcher Bedrängnis waren – vor zehn Jahren
konnten sie für ihren Lebensunterhalt aufkommen, ihr
Kinder ins College schicken. Die Hälfte der Leute, die
heute im Silicon Valley sitzen waren Kinder von Bauern.
Meine Mutter war eine Bäuerin und schickte mich auf die
besten Schulen und Colleges in England. Heute kann ein
Farmer nicht überleben.
Nicht in Europa, nicht in Amerika, nicht in Mexico, und
dieses System, das Tausenden keine Möglichkeit zum
Überleben lässt, ist das System, gegen das wir sind.
Es ist das System, das die G8 geschaffen haben, es ist
das System, das sie weiterhin beschützen werden.
Und das Herz dieses Systems ist die
Privatierung, Ausbeutung, Verschmutzung und Zerstörung
der Ressourcen dieses Planeten, auf die jeder ein
Anrecht hat.
Wir haben
einen sehr alten Text – er muss 2000 Jahre alt sein –
der Isopanishad, und darin steht: „Ein selbstsüchtiger
Mann, der die Ressourcen der Natur zur Befriedigung
seiner stets wachsenden Bedürfnisse überbeansprucht, ist
nichts als ein Dieb.“
Monsanto:
Vandana Shiva - Diese Welt
ist nicht zu verkaufen
Teil 1 von 5
Doku 2006 Finanzkrise Monsanto Gentechnik
Biobauern und Umwelt-schützer fordern nach dem ersten
Runden Tisch der Forschungsministerin mehr kritische
Stimmen. Als Feigenblatt wollen sie nicht dienen.
BERLIN
taz | Umweltschützer und Biobauern drohen mit einem
Boykott des Runden Tisches zur Agro-Gentechnik, den
Forschungsministerin Annette Schavan (CDU) initiiert
hat. "Wenn die nächste Runde nicht ausgewogener
zusammen-gesetzt ist, hat es keinen Sinn dahin zu gehen",
sagte Vizepräsident Hartmut Vogtmann vom Dachverband der
Natur- und Umweltschutz-verbände DNR nach dem ersten
Treffen am Mittwoch. Ähnlich äußerte sich Felix Prinz zu
Löwenstein, der den Bund Ökologische
Lebensmittel-wirtschaft (BÖLW) leitet.
Die
Grünen sind am Mittwochabend im Bundestag mit einem
Antrag gescheitert, den Anbau von gentechnisch
verändertem Mais generell zu verbieten. CDU/CSU, SPD und
FDP sprachen sich gegen die von den Grünen geforderte
Festlegung aus.
HB
BERLIN. Die Grünen begründeten ihren Antrag damit, dass
der Widerstand gegen den Gen-Mais MON810 zu Beginn des
kommerziellen Anbaus in Deutschland stark gestiegen sei.
In diesem Frühjahr stehe die vierte Anbau-Saison des
umstrittenen Mais bevor. Immer mehr Landwirte und Imker
wehrten sich dagegen. Sie hätten jedoch nur einen
unzureichenden rechtlichen Schutz vor einer
Verunreinigung ihrer Produkte.
Nach
jahrelangen Protesten und Einsprüchen - auch von
Greenpeace - ist die Politik endlich aufgewacht. Hessen
und Bayern starten eine Initiative mit dem Ziel, das
europäische Patentrecht so zu ändern, dass keine Patente
auf Pflanzen und Tiere mehr erteilt werden können. Im
Juni soll der Bundesrat dazu einen Beschluss fassen.
Greenpeace und andere Verbände haben eine Aktion
gestartet, um die Initiative zu unterstützen. Aber wir
brauchen Sie! Bitte helfen Sie mit, damit von
Deutschland ein starkes politisches Signal in Richtung
Brüssel ausgeht.
Wer
den Anbau von Gensoja verhindern will, kann das
neuerdings am Kühlregal tun. Auch die Freiburger
Molkerei Breisgaumilch bietet jetzt Milch ohne
Gentechnik an.
BERLIN
taz | Politik am Kühlregal: Nach der Großmolkerei
Landliebe bietet jetzt auch Breisgaumilch
gentechnikfreie Milch. Mit dem Siegel „Ohne Gentechnik“
wird den Käufern deutlich gemacht, dass die Kühe, die
die Milch liefern, nicht mit gentechnisch veränderten
Pflanzen gefüttert werden.
Mit einem
Paukenschlag reagiert die Stralsunder Brauerei heute auf
die gestern veröffentlichte Genehmigung des
Freiland-versuchs mit gentechnisch veränderter Gerste in
der Gemeinde Thulendorf in der Nähe von Rostock. Aus
Protest gab Markus Berberich, der Geschäftsführer der
renommierten Brauerei, den kurz zuvor am 23. April durch
die Bundes-agrarministerin überreichten Bundesehrenpreis
für die Stralsunder Brauerei an Ilse Aigner zurück.
Zuvor
hatte das Bundesamt für Verbraucherschutz und
Lebensmittelsicherheit am 4. Mai die Freilandversuche
mit gentechnisch veränderter Gerste genehmigt. Bereits
am 7.5 kann mit der Aussaat der gentechnisch veränderten
Gerste begonnen werden. "Das ist ein Schlag ins Gesicht
für Mensch und Umwelt" begründete Berberich die Rückgabe
der höchsten Auszeichnung, die an eine deutsche Brauerei
verliehen werden kann.
Das
Genmais-Verbot ist vorerst eingemauert. Die
EU-Kommission will nicht länger zum Anbau drängen. 58
Prozent der Unionsbürger lehnen Genprodukte ab.
BRÜSSEL.
Das Verbot ist einbetoniert: Nach der Ankündigung der
deutschen Landwirtschaftsministerin, Ilse Aigner (CSU),
den Anbau von Genmais in ihrem Land zu verbieten, zieht
nun auch die EU-Kommission zurück. Vorerst will sie dem
Vernehmen nach keine weiteren Schritte zur Durchsetzung
des Genmais-Anbaus unternehmen. Auch der Druck auf
Österreich, das seit Jahren in der EU für ein
Anbauverbot von gentechnisch verändertem Saatgut kämpft,
reduziert sich.
Campact knüpft ein großes Netz wachsamer und
engagierter Bürger/innen. Gemeinsam setzen wir uns
für eine sozial gerechte, ökologische und
demokratische Politik ein.
Am
meisten unterstützen Sie diese Idee, in dem Sie
Förderer/in werden. Damit helfen Sie uns, immer dann
präsent zu sein, wenn Gemeinwohl-interessen gegen gut
organisierte Lobbygruppen zu verteidigen sind.
„Gute
Gründe gegen Gentechnik“ soll aufklären, informieren und
alle Aktiven dabei unterstützen, auf die Probleme der
Gentechnik in der Landwirtschaft aufmerksam zu machen.
Lassen Sie sich von Gerd, dem Gen, inspirieren und
bestellen Sie den Flyer, wenn Sie auch andere überzeugen
wollen.
Marie-Monique Robin über die gescheiterte Lobbyarbeit
des Agrarkonzerns Monsanto, die Folgen des
Genmais-Verbots und die Macht der Verbraucher.
Monsanto
ist der mächtigste Agrarkonzern der Welt. Das sogenannte
Schweinepatent hat das Unternehmen genauso entwickelt,
wie den Genmais Mon810. Am vergangenen Dienstag hat die
Bundes-regierung den Anbau von Mon810 in Deutschland
verboten - für Monsanto eine empfindliche Niederlage.
Der Konzern zieht mit seinen Produkten regelmäßig die
Wut von Gentechnik-Gegnern auf sich. Die französische
Doku-mentarfilmerin Marie-Monique Robin hat für ihre
Reportage "Mit Gift und Genen" drei Jahre über Monsanto
recherchiert. In ihrem Film zeigt die Journalistin, wie
der Agrarkonzern Einfluss auf politische Entscheidungen
nimmt - und wirft dem Unternehmen vor, die Gefahren der
grünen Gentechnik zu vertuschen.
Der Spindoktor deckt
in seinem Weblog den Spin in den Nachrichten auf und
schaut Politikern, PR-Agenturen und sonstigen Öffentlichkeits-arbeitern auf die Finger. Propaganda,
Psychological Operations und Information Operations in
Krieg wie in Frieden sind sein Spezialgebiet.
Warum es zivilen Ungehorsam
braucht, um unsere Allgemeingüter zu verteidigen
Wider die Angst:
Satyagraha
Von Vandana Shiva
Quelle:
www.nrhz.de,
19.03.2009
Im Gegensatz zu den Medien,
die die Ursache für eine dramatische Zunahme von Hunger
und Tod in Länder der "dritten Welt" in der
Weltwirtschafts- und Finanz-krise entdecken, macht Vandana Shiva, Quanten-physikerin, Umweltschützerin,
Feministin, Bürgerrechtlerin und Trägerin des
Alternativen Nobelpreises und des „Blue Planet Award“
der deutschen Stiftung “ethecon“ (s. NRhZ 121), die
großen Internationalen Konzerne dafür verantwortlich.
Die Global-isierungskritikerin ist in ihrer Heimat vor
allem durch ihr Engagement für die Rechte der indischen
Urbevölkerung bekannt geworden. Hier ein Vortrag, in dem
sie auf einer Konferenz von “medico internatonal“ zum
Kampf gegen die europäischen und US-Konzerne aufruft,
die ihr Land regieren. – Die Redaktion, Neue Rheinische
Zeitung.