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Rentenlotterie
Warum es bei
falschen Rentenbescheiden kaum Entschädigung
gibt
05.10.2009,
22.00 Uhr, REPORT MAINZ, Das Erste
Guten Abend zu
REPORT MAINZ. Fangen wir so an: Fehler können
passieren, und wenn sie passiert sind, ist es
das Wichtigste, dass sie schnell korrigiert
werden. Das sollte in der Beziehung von Mensch
zu Mensch genauso gelten wie im Verhältnis von
Behörde zu Bürger. Tut es aber nicht, jedenfalls
nicht immer.
Unser erster Beitrag dreht sich um falsche
Rentenbescheide. Tausende Senioren haben zu
wenig Rente bekommen. Schlimm, dachten wir, aber
korrigierbar
Doch Oliver Heinsch hat Menschen getroffen, die
wegen falscher Rentenbescheide eine Menge Geld
verloren haben. Doch obwohl das Amt den Fehler
inzwischen eingestanden hat, ist ein Großteil
des Geldes futsch..
Der
Finanzwissenschaftler Wolfram F. Richter schlägt
vor, Frührentnern die Rentenzahlung zu
verweigern. Sie sollen künftig nur noch den
Hartz-IV-Satz ausbezahlt bekommen. Der Staat
könnte laut Richter noch mehr sparen: wenn
studierte Beamte ihre volle Pension erst nach 45
Berufsjahren, also etwa mit 70 Jahren, erhalten.
Der Erfinder des Gesundheitsfonds, der
Dortmunder Finanzexperte Professor
*Wolfram
F. Richter, hat eine Wende in der
Altersversorgung in Deutschland gefordert.
Richter sagte, den vollen Anspruch auf Rente
oder Pension sollte es für gesunde Versicherte
künftig erst nach einer gesetzlich festgelegten
Zahl von Berufsjahren geben.
*Anmerkung:
Es ist nicht mehr zu fassen, welche Stilblüten
die neoliberale Ideologie treibt. Wolfram
Richter ist (natürlich!) ein
Lobbyist der "Initiative Neue Soziale
Marktwirtschaft" (INSM), und man darf frei
raten, wie viel Geld er für diese "Arbeit" von
der Versicherungswirtschaft wohl erhält. Und die
Springer-Presse verbreitet das als
"Information."
Rentenpolitik im Interesse der Finanzbranche?
Mit der Teil-Privatisierung der Alterssicherung
markiert die Rentenreform 2001 einen Systembruch
in der deutschen Rentenpolitik. Zweifelsohne
profitieren insbesondere Banken, Versicherungen
und Investmentfonds von diesem rentenpolitischen
Paradigmenwechsel. Deren Gewinnaussichten haben
sich infolge der Leistungskuerzungen bei der
gesetzlichen Rente und der Foerderung der
privaten "Riester-Rente" massiv verbessert, so
dass sich unweigerlich die Frage nach dem
Einfluss der Finanzdienstleistungsbranche im
Politikfeld Alterssicherung stellt.
Genau diese Frage steht im Zentrum meines Buches
"Lobbyismus und Rentenreform". Es handelt vom
Lobbying der Finanzbranche im Politikfeld
Alterssicherung speziell bei der Einfuehrung der
"Riester-Rente" und der Kuerzung der
gesetzlichen Rente im Zuge der Rentenreform
2001. Die Analyse des Einflusses und des
Lobbyings der Finanzdienstleistungsbranche
konzentriert sich auf das gesamte Spektrum der
Interessenvertretung: Im Fokus stehen
institutionalisierte Beziehungen (Anhoerungen
der Finanzbranche bei Bundestagsausschuessen),
personelle Verflechtungen (personeller Wechsel
zwischen Politik und Finanzbranche,
Personalaustausch mit Bundesministerien,
Nebentaetigkeiten der Bundestagsabgeordneten,
etc.), finanzielle Beziehungen (Grossspenden an
Parteien), informelle persoenliche Beziehungen
und Public Relations sowie
Oeffentlichkeitsarbeit (inklusive
Wissenschaftslobbying).
Dabei wird auch die Bedeutung des personellen
und institutionellen Umbruchs im
rentenpolitischen Policy-Netzwerk aufgezeigt.
Die systematische und empirisch fundierte
Analyse des Reformprozesses, der
Akteurskonstellationen und des Lobbyings gibt
Aufschluss ueber die gesellschaftlichen und
politischen Kraefte, die dieser Reform zugrunde
liegen. Die Ergebnisse zeugen davon, dass sich
die Finanzdienstleistungsbranche erfolgreich als
neuer Akteur im Politikfeld Alterssicherung
etablieren, als wesentliche Kraft bei der
Entwicklung und Umsetzung der
Teil-Privatisierung der Alterssicherung wirken
und im eigenen Interesse agieren konnte. Damit
leistet die Arbeit einen wichtigen Beitrag zum
Verstaendnis der Wirkung der
Interessenvertretung der Finanzlobby in der
Rentenpolitik.
Diana Wehlau : Lobbyismus
und Rentenreform.
Der
Einfluss der
Finanzdienstleistungsbranche auf die
Teil-Privatisierung der Alterssicherung.
Wiesbaden: VS Verlag fuer
Sozialwissenschaften 2009
ISBN 978-3-531-16530-1
Rentenangst! - Der Kampf um die
Altersversorgung
Wovon handelt die Doku.?
Die aktuelle
Diskussion um die Riester-Rente
hat noch einmal gezeigt: Viele
der heute aktiven Menschen
werden im Alter vor großen
finanziellen Problemen stehen.
Denn die wachsende Zahl der
Senioren und viele politische
Entscheidungen der vergangenen
Jahre werden dazu führen, dass
das Niveau der gesetzlichen
Rente systematisch sinken wird.
Kritiker überbieten sich schon
seit langem in ihren Nachrufen
auf das gesetzliche
Rentensystem. Immer wieder wird
verkündet, dass allein eine
private Absicherung die Rentner
von morgen vor dem Absturz
retten könne. "Eigenvorsorge"
heißt das Stichwort.
Kapitaldeckung statt
Umlagefinanzierung ist das
Konzept, das dahinter steckt.
...
(...) Warum
steht die gesetzliche
Rente so unter
Beschuss? Und wer hat
überhaupt Vorteile
davon, dass das
Solidarsystem immer
weiter gekappt wird?
Diesen Fragen gehen
Dietrich Krauß und Ingo
Blank in ihrer
Dokumentation
„Rentenangst! Der Kampf
um die Altersvorsorge“
nach.
Ach
ja, die Sendung wurde zur "besten Sendezeit" um 22:30
Uhr bis 0:15 Uhr ausgestrahlt. Warum nur werde ich jetzt
an ein Stück von Reinhard Meys - "Sei wachsam!" -
erinnert?
Diese
Dokumentation ist ein Muss für
jeden gesetzlich Rentenversicherten!!!
Rentenangst! Der Kampf um die Altersvorsorge
Autoren:
Ingo Blank und Dietrich Krauß Redaktion:
Wolfgang
Wirtz-Nentwig
Länge: 45
Minuten Tipp:
Am 2.6.
um 22.30 bei SR/SWR.
Film "Rentenangst" jetzt online
beim Saarländischen Rundfunk
Dokumentation zu den Folgen der
jüngsten Rentenreformen steht
unter www.sr-online.de als
Videostream zur Verfügung:
anschauen
Rentenangst! - Der Kampf um die
Altersversorgung - Teil 1 von 5
Rentenangst! - Der Kampf um die
Altersversorgung - Teil 2 von 5
Rentenangst! - Der Kampf um die
Altersversorgung - Teil 3 von 5
Rentenangst! - Der Kampf um die
Altersversorgung - Teil 4 von 5
Rentenangst! - Der Kampf um die
Altersversorgung - Teil 5 von 5
„Die
Rente ist noch immer sicher!“
von Norbert Blüm
Die
kapitalgedeckte Privatvorsorge
ist erwartungsgemäß in der
Krise. Norbert Blüm bietet eine
gut verwertbare Zusammenfassung
der Auseinandersetzung. Albrecht
Müller
www.nachdenkseiten.de,
9. März 2009
„Die
Zeit heilt Wunden“ weiß der
kluge Volksmund. Aber die Zeit
bringt auch verdrängte
Wahrheiten ans Licht, wie viele
schon erfahren haben.
„Die Rente ist sicher“. Über
diesen Satz wurde kübelweise der
Spott ausgegossen, und wer immer
das Wort „Rente“ buchstabieren
konnte, meinte, es gehöre sich,
Blüm ans Bein pinkeln zu müssen.
Als vermeintlicher Retter in
höchster Not wurde rund um die
Welt und die Uhr die
kapitalgedeckte Privatvorsorge
angepriesen. Die
Versicherungskonzerne rieben
sich die Hände. Das Geld
klingelte in der Kasse.
Die
Kirmes der Privatisierung
So
ging es einige Jahre - aber eine
kürzere Zeit, als ich selbst
erwartet hatte. Auf der Kirmes
der Privatisierung ist plötzlich
der globale Kater ausgebrochen.
Die kapitalgedeckte
Privatversicherung ist an allen
Ecken der Welt ins Schleudern
geraten. Massenweise haben
Pensionsfonds ihr Leben
ausgehaucht. (Das sind jene
Kapitalsammelstellen, die das
Geld der Arbeitnehmer
einsammelten haben, mit denen
sie die Hedgefonds fütterten, um
anschließend die Arbeitsplätze
der Arbeitnehmer zu zertrampeln.
Ein Perpetuum mobile der
Destruktion.)
Aber
auch an anderer Stelle war die
Kapitaldeckung kein Hit. Das
chilenische, von der Weltbank
initiierte
Alterssicherungssystem, das auf
Kapitaldeckung basiert, steht
vor der Zahlungsunfähigkeit. In
den Niederlanden sieht es nicht
viel besser aus. Der größte
amerikanische
Versicherungskonzern AIG konnte
nur mit staatlicher Hilfe
gerettet werden, nachdem diese
Firma einen Rekordverlust von
über 100 Milliarden Dollar
zustande gebracht hatte.
Hierzulande konnte sich Allianz
nur durch Flucht dem Desaster
entziehen. In einem
Allmachtsanfall kaufte Allianz
vor ein paar Jahren für 24
Milliarden Euro die Dresdner
Bank, drehte diese, als das
Geschäft der Übernahme sich als
Flop erwies, der Commerzbank an
und machte sich dann – nachdem
sie noch 6,4 Milliarden Euro
verloren hatte – fluchtartig aus
dem Staub. Den Letzten beißen
die Hunde.
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Wie die Versicherungswirtschaft unsere Politik
beeinflusst.
SPD:
Müntefering
und die Rente mit 67
Nach
seinem Rücktritt hofft die SPD mit einem Comeback von
Franz Müntefering aus dem Umfragentief herauszukommen.
Ungeachtet seinem Rentenalter will er noch einmal als
Parteisoldat im Auftrag der CDU die Agenda 2010
verfechten.
Müntefering ein Verfechter der Agenda 2010 und der Rente
mit 67 soll mit Walter Steinmeier die SPD in den
Wahlkampf 2009 führen und siegen.
Hier Ausschnitte aus der Bundestagsdebatte vom
09.02.2006 zur Rente mit 67.
Denn Politiker sollen nicht an ihren Worten, sondern an
ihren Taten gemessen werden.
Eine Verlängerungen der Lebens-arbeitszeit bedeutet in
Wahrheit eine Rentenkürzung und wer wird in Zukunft noch
45 Jahre arbeiten können, wenn die Jungen schon nach der
Lehre entlassen werden.
In Deutschland gibt es nicht genügend qualifizierte
Ingenieure. Die Politik will dafür billige und vor allem
junge aus dem Ausland holen.
.
Hier Ausschnitte aus der
Bundestagsdebatte vom 09.02.2006 zur Rente mit 67.